Android N ausprobiert: «N» wie Neuerungen

PCtipp hat die Android N Developer Preview ausprobiert. Überraschung: Es gibt zahlreiche Neuerungen - und die Vorschauversion läuft schon sehr flott.

von Simon Gröflin 16.03.2016

Entwickler erhalten diesmal früher die Gelegenheit, sich bis zum Sommer mit dem neuen Android-Betriebssystems vertraut zu machen. Dann voraussichtlich soll schon die finale Version abgesegnet werden. PCtipp hat die erste Beta-Version von Googles neustem Handy-Betriebssystem auf einem Nexus 6P ausprobiert. Welche Highlights Sie bei Android N erwarten, erfahren Sie hier.

Multi-Window-Modus

Eine der augenfälligsten Neuerungen im neuen Android-Betriebssystem ist der Multi-Window-Modus. Erstmals ist im Android-Betriebssystem schon von Grund auf paralleler Fensterbetrieb möglich. Dabei teilen sich zwei App-Fenster den Bildschirm. Das klappt schon recht gut. Hält man das Vierecksymbol aus dem Bedienungsmenü gedrückt, gelangt man wie bis anhin auf die soeben geöffneten Anwendungen. Hält man eine Lieblings-App über den oberen Fensterrand gedrückt und zieht sie nach oben, verharrt die verschobene App in der oberen Bildschirmhälfte, während man von unten das App-Karussell der kürzlich geöffneten Apps durchblättert.

Gelungen: der parallele Fensterbetrieb unter Windows 10 Gelungen: der parallele Fensterbetrieb unter Windows 10 Zoom© Screenshot / PCtipp

Der Home Button spaltet sich darauf in zwei aufeinanderliegende Rechtecke auf. Apps, die das Feature schon unterstützen, fügen sich dann mittels Antippen in die untere Bildschirmhälfte ein. Ähnlich, wie man das von iOS auf dem iPad und von den Galaxy-Telefonen kennt, erlaubt ein horizontaler Schieberegler das bequeme Anpassen der jeweiligen Fenstergrössen.

Mehr Übersicht in den Einstellungen

Was uns sehr gut gefällt: Befindet man sich neuerdings in einem zentralen Eintrag des Einstellungsmenüs, findet man nun links oben ein Hamburgermenü vor, über das man jederzeit ein zweites Fenster mit sämtlichen Einstellungspunkten aufrufen kann. Das macht die Sache übersichtlicher. Ein ständiger Wechsel von A nach Z im Dschungel der Android-Einstellungen entfällt.

Mehr Übersicht in den Einstellungen Mehr Übersicht in den Einstellungen Zoom© Screenshot / PCtipp

Wie man sieht, gewährt die Hauptübersicht seit Neuem direkt Einblick in Zusatzinformationen nach Kriterien wie belegter Speicher und Anzahl installierter Apps. In der Beta-Version sind jedoch noch nicht alle Einstellungspunkte eingedeutscht.

Neue Schnelleinstellungen

Endlich wurden auch die Quick Settings um einige Funktionen angereichert. Praktisch: Es werden nur noch die ersten fünf Schnelleinstellungen zuoberst in einer dünneren Quick-Settings-Bar angezeigt, was den ganzen Benachrichtigungsbildschirm deutlich schlanker hält. Die Reihenfolge der wichtigsten Einstellungssymbole lässt sich übers Aufklappmenü beliebig umpositionieren.

Android N offeriert ein paar neue Symbole/Funktionen in den Quick Settings (links) und eine abgespeckte Statusleiste (rechts) Android N offeriert ein paar neue Symbole/Funktionen in den Quick Settings (links) und eine abgespeckte Statusleiste (rechts) Zoom© Screenshot / PCtipp

Performance

Android N läuft in der frühen Vorschauversion schon erstaunlich geschmeidig. Unser Nexus-6P-Gerät startete deutlich schneller als zuvor und verhielt sich im Betrieb sehr stabil. Interessant: Anfangs stürzten einzelne Apps wie WhatsApp und Twitter noch ab. Das hat sich aber nach ein paar Reboots gelegt. Noch nicht abschliessend beurteilen können wir die überarbeiteten Energiesparfunktionen. Die Akkulaufzeit ist jedoch ordentlich, wenn nicht sogar besser als vorher. Nach intensiven Surf-Tagen bleiben gegen Abend im Schnitt noch gut 30 Prozent davon.

Auch sonst bringt Android N zahlreiche Detailverbesserungen und spannende Neuerungen. Welche das sind, haben wir Ihnen in dieser Bilderstrecke zusammengefasst.

Fazit

Android N verhält sich schon sehr performant und gleichwohl stabil. Am praktischen Multi-Windows-Modus dürften sich vor allem Google-Tablet-Nutzer erfreuen. Mit der nativen Unterstützung eines Mehrfensterbetriebs wird es endlich mehr Apps geben, die auf beliebig vielen Android-Geräten parallel nutzbar werden. Unter dem Strich wurden mit Android N wieder zahlreiche Details verbessert. Für übersichtlichere Einstellungen wurde es aber auch langsam Zeit.

Download-Möglichkeiten

Zwar besteht neuerdings auch die Möglichkeit, die Beta-Version als registrierter Tester direkt («over the air») in Empfang zu nehmen. Mutigen raten wir dennoch eher zur altbewährten manuellen Flash-Methode und ausdrücklich nicht zur Installation auf einem Produktivgerät. Grund: Die frühe Beta-Version ist teilweise noch instabil. Kommt es während des Hochfahrens zu einer plötzlichen Boot-Schleife, kommt man zwar problemlos ins Fastboot-Menü zurück. Jedoch muss man zuvor in den Entwicklerversionen die Entsperrung des Bootloaders genehmigt haben. Sonst gibt es kein Zurück. Der Download der Android N Developer Preview steht seit dem 9. März auf Googles Entwicklerseite bereit. Folgende Geräte werden unterstützt: Nexus 5X, Nexus 6, Nexus 6P, Nexus 9, Nexus Player und Pixel C.

Tags: Android

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