Test: Android Auto auf dem Handy

Bisher konnte Android Auto nur mit entsprechendem Fahrzeugsystem verwendet werden. Ein Update schafft diesen Zwang aus der Welt. Doch was taugt die App auf dem Handy?

von Simon Gröflin 23.11.2016

Android Auto von Google bietet eine speziell für den Einsatz im Auto optimierte Bedienoberfläche mit zentralen App-Schaltflächen unterstützter Dienste. Nur eben alles etwas grösser, damit der Fahrer nicht abgelenkt ist. Bislang war es immer Pflicht, dass das Infotainmentsystem des PKW ebenfalls Android Auto unterstützen musste. Diese Voraussetzungen ändern sich mit dem Update auf Version 2.0. Nun können Sie die Software auch auf dem Android-Handy nutzen. Hauptvoraussetzung ist Android 5.0. Sie benötigen nur noch eine Halterung fürs Auto. Universalhalterungen mit Saugnapf oder Klemmen fürs Anbringen an den Lüftungsschlitzen finden Sie überall im Fachhandel. Sie starten anschliessend einfach die App auf dem Smartphone.

Vor allem Google Maps ist praktisch und schnell bei Android Auto wegen der Verkehrslageinformationen, offline geht es aber nicht Vor allem Google Maps ist praktisch und schnell bei Android Auto wegen der Verkehrslageinformationen, offline geht es aber nicht Zoom© Screenshot / PCtipp

Erste Schritte

Der Funktionsumfang der App auf dem Telefon ist identisch mit Android Auto auf dem kompatiblen Autosystem. Was aber fehlt, ist der «OK Google»-Sprachbefehl, der noch nachgereicht wird. Dafür findet man auf der Hauptoberfläche ein grosses Mikrofonsymbol. Einmal kurz drauf gedrückt, reicht der Sprachbefehl «Navigiere mich zu», gefolgt von der Ortsangabe – und Google Maps startet den Navigationsmodus, wie wenn Sie Google Maps verwenden würden.

Der Hauptvorteil der Android-Auto-Oberfläche ist die Einbindung der von Google zertifizierten Apps wie Spotify, TuneIn und zahlreicher Messenger (neustens wird sogar der Facebook Messenger unterstützt). Bei Verbindung zu einer Bluetooth-Freisprechanlage startet Android Auto automatisch. Auch gut: Wenn unterwegs eine WhatsApp-Nachricht eintrudelt, kann Android Auto diese sogar vorlesen, auch wenn Schweizerdeutsch noch ein wenig amüsant bis unverständlich klingt.

Android Auto zeigt auch eingehende Nachrichten wie WhatsApp an. Zudem lassen sich Spotify, Google Play Music ansteuern Android Auto zeigt auch eingehende Nachrichten wie WhatsApp an. Zudem lassen sich Spotify, Google Play Music ansteuern Zoom© Screenshot / PCtipp

Einschränkungen, die es mit Android Auto gibt: Die Navigation ist aufgrund der vorausrechnenden Verkehrsdaten zwar sehr genau, eine ständige Mobilfunkverbindung ist aber Pflicht. Der Haken: Bei Abos mit Datenkontingenten oder Roaming-Paketen im Ausland kann es schnell teuer werden. Je nach Netzabdeckung hat man in einigen Regionen eventuell Funklöcher. Zuverlässig funktioniert aber Google Maps fast immer, auch in Tunnels.

Fazit

Solange die Sprachsteuerung noch nicht ohne Knopfdruck funktioniert, ist die App nicht ganz brauchbar, obwohl Navigationsbefehle per Stimme erstaunlich genau erkannt werden. Die schlichte Optik erfüllt ihren Zweck. Das Highlight ist mit Sicherheit die Navigation, die auch bei gestörtem GPS-Signal dank der Verkehrslagedaten anderer Autos die Position schnell wieder findet und die exakte Auskunftszeit akkurat vorausberechnet. Android Auto funktioniert derweil in über 30 Ländern.

Tags: Android, Auto

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