VirtualBox
Hätten Sie auch gerne mal einen zweiten PC, um darin gefahrlos etwas zu testen? Das Open-Source-Projekt VirtualBox ist die ideale Alternative zu Microsofts langsamem Virtual PC und zur teuren VMWare Workstation.
Im Artikel «Der PC im PC» aus unserem Kauf-Spezialheft 2006 erklärten wir unter Anderem den Umgang mit Virtualisierungssoftware. Das Prinzip ist einfach: Mit einer solchen Software erstellen Sie in Ihrem normalen Windows einen virtuellen PC, der sich (nur während er läuft) einen Teil der Systemressourcen des «Gastgeber»-PCs leiht. Der Gast selbst (der virtuelle PC) wird in einem separaten Fenster angezeigt. Darin lässt sich nun sehr einfach ein beliebiges anderes Windows oder ein Linux mitsamt Anwendungen installieren, als hätten Sie den Bildschirm eines separaten PCs vor sich.

Dank Suns VirtualBox betreiben Sie mehrere Systeme auf einem PC
Die Anwendungszwecke sind vielfältig: Sie möchten aus Sicherheitsgründen ein Programm oder ein Betriebssystem erst auf dem virtuellen PC testen, bevor Sie es auf Ihren richtigen PC lassen. Oder Sie sind selbst Programmierer und testen Ihr eigenes Produkt auf verschiedenen Windows-Versionen, die Sie zuvor in der virtuellen Maschine installierten. Oder Sie sind auf Linux umgestiegen und haben nur noch ein Windows-Programm, für das Sie unter Linux noch keinen passenden Ersatz gefunden haben.
Früher gabs auf dem Markt nur zwei nennenswerte Produkte: Virtual PC, das inzwischen von Microsoft übernommen wurde und welches erfahrungsgemäss etwas langsamer läuft als die Konkurrenz. Das vielseitige und schnellere VMWare ist nur in der etwas komplizierten Server-Version kostenlos. Seit geraumer Zeit gibt’s einen dritten im Bunde, nämlich das Open-Source-Programm VirtualBox von Sun. Für Testzwecke und private Nutzung ist es kostenlos. Dazu ist es einfach zu bedienen.
Auf der Webseite des Herstellers finden Sie auch eine Version für Linux und Mac OS X.
Erste Schritte: Die Installation von VirtualBox ist einfach. Übernehmen Sie hierbei einfach die Standardeinstellungen und lassen Sie sich von Meldungen betreffs «nicht bestandenem Windows-Logo-Test» nicht abschrecken. Starten Sie nun VirtualBox und klicken Sie auf Neu, um den Assistenten zum Einrichten einer virtuellen Maschine zu starten. Nach einem Klick auf Weiter geben Sie dem virtuellen PC einen Namen, z.B. «Ubuntu Linux
Test». Wählen Sie im Ausklappmenü das später zu installierende Betriebssystem (bei Ubuntu Linux wäre dies übrigens «Linux 2.6») und weisen Sie ihm im nächsten Dialog eine ausreichende Grösse RAM-Speicher zu. Anschliessend werden Sie aufgefordert, dem zukünftigen Gastsystem eine virtuelle Festplatte zuzuweisen. Das ist eine Art Image
-Datei, die als Festplatte simuliert wird. Klicken Sie hier auf Neu, um eine neue solche Datei anzulegen. Klicken Sie zum Schluss auf Abschliessen, dann ist die virtuelle Maschine vorbereitet und erscheint in der linken Spalte. Rechts sehen Sie die Details.

Sun VirtualBox: Beispiel mit Linux
Auf dem jetzt noch leeren virtuellen PC fehlt ein Betriebssystem. Klicken Sie „CD/DVD-Laufwerk“ an, aktivieren Sie „CD/DVD-Laufwerk einbinden“ und wählen Sie, ob Sie Ihr echtes Laufwerk einbinden wollen, oder ob Sie ihm lieber ein ISO
-Abbild verfüttern wollen. Wenn Sie zum Beispiel das ISO-Abbild einer Linux-Distribution heruntergeladen haben, empfiehlt es sich, gleich dieses anzugeben. So brauchen Sie die CD gar nicht erst zu brennen. Klicken Sie nun auf Starten, erscheint ein Hinweis betreffend „Tastatur fangen“. Wenn später der Mauszeiger in der virtuellen Maschine gefangen ist, müssen Sie die Host-Taste kennen, die Ihre Maus wieder befreit. Standardmässig ist dies hier die rechte Ctrl-Taste. Bestätigen Sie die Meldung mit OK, dann startet die virtuelle Maschine ab dieser CD auf; und Sie könnten dieses Linux jetzt in die virtuelle Maschine installieren, genau wie auf einen richtigen PC.
Info: Ursprünglich stammt VirtualBox von Innotek. Inzwischen wurde es von Sun übernommen.
Mit Version 2.2.0. ist die Unterstützung für das Betriebssystem Win2000 als Host-System weggefallen. Als Gastsystem innerhalb der virtuellen Umgebung lässt sich das genannte OS aber dennoch installieren. Hier noch ein Link zum User Manual (PDF, englisch).
Update: Die neue Version 3.0 hat jede Menge neuer Funktionen an Bord. Dazu zählt unter anderem die Direct3D-Unterstützung. Alle Verbesserungen, Bugfixes und alle neuen Features sind im Changelog aufgelistet.
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