Das Freitagsbit: Die Musikindustrie hat ne Scheibe
Die WWKolumne
Vive la France! Endlich wagt es jemand, der Musikindustrie die Stirn zu bieten und gegen die Verstümmelung des Audio-CD-Standards - genannt Kopierschutz - vorzugehen.
Die französische Wettbewerbsbehörde Direction Générale de la Concurrence [1] hat EMI France und die Handelskette Fnac [2] verklagt. Grund sind Kopierschutzverfahren, die es Konsumentinnen und Konsumenten verunmöglichen, Audio-CDs in beliebigen Laufwerken abzuspielen. Es handle sich um eine Täuschung der Kunden. Ausserdem verletzten derartige CDs, die nicht dem so genannten Red Book Standard entsprechen, das Recht auf eine Privatkopie.
Le roi c est moi, kann ich da nur sagen. Der König bin ich und nicht die Herren und Damen der Industrie, die mittlerweile vor lauter Prozessen, An- und Wehklagen eine ziemliche Scheibe haben dürften. Die Zeiten der Guillotine sind vorbei, heute haben wir gottseidank schonendere Methoden, unliebsame Herrscher zu stürzen. Etwa mit einem Boykott von CDs, die einen Kopierschutz enthalten.
Eigentlich sollten aber beide Seiten ihre Anwälte endlich zurückpfeifen und gemeinsam die Musik machen. France Gall hat ihn mal besungen, den glücklichen Mann der stehend Piano spielt und dem seine Noten wichtiger sind als alles andere. Einmal aus dem gepolsterten Chefsessel aufstehen, bewegt auch den Geist.
Au debout!
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