Das Freitagsbit: Ausschluss!
Die WWKolumne – Früher konnten die Gettoblaster nicht gross genug sein. Heute plärren die Handy-Lautsprecher. Das ist eine halbe Sache. Wie gewisse Politiker.
Es gibt Leute, die leben nur ein halbes Leben. Denken nur halb, handeln nur halb, aber fühlen sich ganz Ganz dabei. Deshalb finde ich, dass die Partei, die keine halben Sachen macht, ganz Recht hat. Nieder mit den halbbatzigen Politikern!
Ich sage nur: Niemand denkt dabei an meine Ohren. Ich fahre öfters Zug und muss mir immer wieder die vertracktesten Beats, die schönsten Streicher und härtesten Gitarrenriffs aus plärrenden Handylautsprechern anhören. Das finde ich ein viel drängenderes Problem als Klassenkämpfe, Streiks oder Solidaritätskundgebungen und Solidaritäts-Websites, die nach wenigen Tausend Unterschriften abschmieren. Angeblich wegen eines Angriffs.
Darum mein Ultimatum an Nokia: Wenn du bis 30. April 2008 alle Handylautsprecher aus Deinen Bauplänen ausschliesst, dann passiert nichts. Wenn nicht, dann gehe ich in die Opposition und kaufe ein Wolkie tolkie, ein Gerät für wolkige Sätze. Und habe somit das wichtigste Instrument in der Hand, Politiker zu werden – um im Parlament gegen die Plärrboxen vorzustossen.
Bleibt nur noch ein Problem. Wenn wir in der Schweiz mit allen halben Sachen aufgeräumt haben, was bleibt dann übrig?
Eine halbe Schweiz.
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