Das Freitagsbit: Bloghasser
Die WWKolumne – Meine Schwester – ich hab sie lieb – blöggerlet munter drauf los. Ganz ohne Internet.
Sie hat sozusagen auch das Podcasting erfunden – nur landet ihre offen gelegte Befindlichkeit nicht auf einem iPod, sondern im Kurzzeitgedächtnis ihrer Umgebung. Das ist nicht weiter schlimm, vielleicht sogar ein Grund, warum sie sich zu einer Wunderfee entwickelt hat.
So eine wünschte ich mir, um den ewigen Streit zwischen Bloggern und Journalisten zu beenden. Diese Beschränktheit des Geistes, dieses ewige Ich!Ich!Ich! geht mir auf den Mauszeiger. Gewöhnen wir uns endlich daran: Es spielt keine Rolle, ob Zeitungspapier oder Bildschirme mit Buchstabenmist bestrichen werden. Journalismus ist an kein Medium, sondern ans Gehirn gebunden.
Das Drama der googlianischen Zeit ist allerdings, dass man nun auch Meinungen copypasted und anderen wie ein Fenster, das man fallen lässt, an die Wange klatscht. Niemand hört mehr zu, sondern ist in der Endlosschleife seines Egos gefangen wie Superman in der Phantomzone.
Und ich muss jetzt ein Geständnis ablegen. Diese Kolumne habe ich nur geschrieben, um wenigstens einmal im Leben im Medienlese-Blog erwähnt zu werden. Denn dort regt man sich immer so schön auf, wenn Journalisten gegen Blogger schiessen. Darum sag ichs noch einmal:
Ich hasse Blogs.
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