Das Freitagsbit: O sole mio!
Die WWKolumne – Die italienischen Steuerbehörden haben die Steuererklärungen ihrer Bürger online veröffentlicht. Das finde ich bravissimo.
Leider räumt man im Berlusconi-Land solchen Datenmüll schneller weg als den Abfall in Neapel. Die Idee ist doch prima: Einfach die Steuererklärungen veröffentlichen und darauf setzen, dass jeder den anderen denunziert. Natürlich hat niemand daran gedacht, dass die Server unter dem Ansturm der Neugierigen zusammenbrechen könnten.
Eh, basta. «Jeder, der etwas gegen Italien sagt, bekommt von mir eine verpasst», sagt collega Mario spätnachts in der Bar und erzählt einen Witz: Kommt ein Italiener auf die Post. Fragt die Schalterfrau: Ischribä? Mario verwirft die Hände und antwort: «Igge säuber schribä, igge nur schiggä!»
Ich finde, die Italiener sind Trendsetter. Warum die ganze Mühe um Datenschutz, Bundestrojaner und Verschlüsselungstechnologien! Alles für die Katz. Wenn jeder im Netz gleich sein ganzes Leben offenlegen, alle Liebesbriefe auf die Server stellen würde – von den Steuererklärungen gar nicht zu reden – dann wärs ja für alle leichter. Für die Nachbarn und die Schnüffler. Ihnen würds wahrscheinlich schnell verleiden. Denn das Leben der anderen ist meist ganz schön langweilig.
Wir könnten auf jeden Fall dann endlich die Server herunterfahren und wieder das Leben geniessen. Come die italiani. Duweischäwasimeini!
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