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Die grosse Chance für Microsoft

Mit dem Windows-8-Tablet Surface hat Microsoft alle überrascht - und mehrheitlich begeistert. Trotz grossem Rückstand hat Microsoft gute Chance, damit einen Volltreffer zu landen. Ein Kommentar.

blue_quad von Hannes Weber (19.06.2012)

Das Microsoft-Tablet Surface überzeugte bei seiner Präsentation: Das schicke Design und coole Features wie der Kickstand oder der Tastaturdeckel müssen sich vor dem Trendsetter iPad nicht verstecken. Die Reaktionen auf Surface im Web sind grossmehrheitlich positiv bis begeistert. Es scheint fast, als hätte die Welt auf dieses Tablet von Microsoft sehnlichst gewartet. Und kaum einer scheint dem Windows-Konzern zugetraut zu haben, ein wirklich cooles Gerät zu entwickeln.

Business ist Trumpf

Schick: Microsoft zeigt mit dem Surface, dass sie auch cool sein könnenvergrößenSchick: Microsoft zeigt mit dem Surface, dass sie auch cool sein können Surface ist die ganz grosse Chance für Microsoft, im bisher völlig verschlafenen Tablet-Markt doch noch Fuss zu fassen. Und diese Chance stehen sehr gut: Der Trumpf von Microsoft ist die Business-Kompatibilität. Zwar finden sich auch immer mehr iPads im Geschäftsumfeld, richtig produktiv zu sein scheint damit aber dennoch eine Herausforderung. Hier könnte Surface gross aufspielen: Allen voran die Integration von ausgewachsenen Office-Programmen könnte hier der entscheidende Faktor sein. Dazu bereits standardmässig eine physische Tastatur inbegriffen – was will der Business-Nutzer mehr?

Die Entwicklung von zwei unterschiedlichen Varianten des Windows-Tablets kommt dem noch entgegen: Die günstigere und schlankere Windows-8-RT-Variante könnte auch Casual-Nutzer begeistern, die Pro-Variante mit einer ausgewachsenen Windows-8-Installation und mehr Speicher dürfte die erste Wahl für reine Business-Nutzer sein.

Das Tablet für Zögerliche

Hannes Weber, Redakteur, sieht für das Surface gute ChancenvergrößenHannes Weber, Redakteur, sieht für das Surface gute Chancen Ein weiterer Faktor, der Microsoft in die Karten spielen könnte: Tablets sind zwar seit Jahren auf dem Vormarsch, noch haben aber längst nicht alle Computer-Nutzer auch ein Tablet zuhause. Viele sind nach wie vor skeptisch, können sich noch nicht so recht mit den neuartigen Flachrechnern anfreunden. Gerade bei dieser Gruppe wird Microsoft mit dem Surface punkten: Das Windows-Tablet könnte der ideale Einstieg in die Tablet-Welt sein, denn Windows kennen die Nutzer bereits, es ist ihnen vertraut und das verkleinert die Hemmschwelle für diese Zielgruppe. Mit Windows Phone hat Microsoft bereits bewiesen, dass sie es verstehen, ein einfaches und leicht verständliches Betriebssystem für mobile Geräte zu konzipieren.

Natürlich lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen, dass das Surface ein Erfolg wird. Zu viel ist, gerade auch in Hinblick auf die ARM-basierte Betriebssystemversion Windows 8 RT, noch im Unklaren. Mittlerweile konnte sich zwar jeder bereits ein Bild von Windows 8 machen, doch wie sich das fertige Betriebssystem dann auf einem Tablet anfühlen wird, können wir derzeit nur erahnen.

Windows 8 und Tablets, das passt

Für mich ist klar: Windows 8 wird es auf Desktop-Computern schwer haben. Zu unkonventionell ist das Metro-Menü, zu verunsichert sind viele traditionelle Desktop-Nutzer. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, denn die meisten Nutzer – im Firmenumfeld sowieso – haben erst gerade auf Windows 7 aktualisiert und sind nicht wirklich scharf drauf, schon wieder alles umzukrempeln.

Umso mehr glaube ich an den Erfolg von Windows 8 in der «Post-PC-Ära», die bereits begonnen hat. Vor allem auf Tablets, aber auch auf Hybrid-Geräten und Ultrabooks mit Touchscreens wird Windows 8 seine Stärken ausspielen und die bislang nur wenig kompatiblen Welten der «mobilen Revolution» und des produktiven Arbeitens verschmelzen.

Das Microsoft-Tablet Surface wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Schafft es Microsoft, ein auch qualitativ hochwertiges Gerät zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten, muss sich insbesondere Apple ganz warm anziehen. Denn meiner Meinung nach zielt das Surface, gerade auch aufgrund der Business-Tauglichkeit, eher auf die iPad-Käuferschicht ab. Android-Tablets werden sich hingegen zunehmend im tieferen Preissegment etablieren. Dazu wird auch Google mit der Vorstellung des Nexus-Tablets beitragen, das voraussichtlich für rund 200 US-Dollar zu haben sein wird.



     


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