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Google Allo: Messenger mit künstlicher Intelligenz lanciert

Mit künstlicher Intelligenz soll Googles neue Messaging-App «Allo» Konkurrenzdiensten wie WhatsApp Druck machen – ab Donnerstag auch in Europa.

von sgr, dpa 22.09.2016

Google macht WhatsApp und anderen Kurzmitteilungsdiensten Konkurrenz mit einer App mit eingebautem persönlichem Assistenten. Der am Mittwoch zunächst in den USA gestartete Messenger «Allo» für das Google-System Android und iOS von Apple enthält den neuen «Google Assistant». 

Wieder mal ein neuer Google-Messenger: «Allo» Wieder mal ein neuer Google-Messenger: «Allo» Zoom

Nutzer können sich von ihm per Chat zum Beispiel Informationen zu Wetter oder Nachrichten, zu Restaurants in der Nähe oder Reisemöglichkeiten anzeigen lassen oder ihm auch Wissensfragen stellen. Ausserdem schlägt «Allo» auch in Unterhaltungen mit anderen Menschen mögliche passende Antworten mithilfe künstlicher Intelligenz vor.

Für Europa sollte der neue Messenger demnächst verfügbar sein. Der Assistent wird dabei zunächst nur auf Englisch mit den Nutzern kommunizieren, weitere Sprachen sollen demnächst folgen, hiess es.

Der Internetkonzern hatte die Software im Mai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O angekündigt. Aktuell ist Facebook besonders stark bei Kurzmitteilungs-Apps. Der Facebook Messenger und die ebenfalls zum weltgrössten Online-Netzwerk gehörende Anwendung WhatsApp haben jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer.

Google will Boden gutmachen

Apple hat die SMS-Alternative iMessage, die allerdings nur auf Geräten des Konzerns verfügbar ist. Für das Google-Betriebssystem Android gab es bislang keine zentrale Messaging-App des Suchmaschinenkonzerns.

Google war in dem Bereich zurückgefallen und will jetzt auf Aufholjagd gehen. Vor Kurzem startete auch die ebenfalls im Mai angekündigte Videochat-App «Duo». Beim persönlichen Assistenten von «Allo» will Google von seinen vielen Daten zu lokalen Geschäften oder Reiseverbindungen sowie dem Wissen über die Welt profitieren.

Auch Facebook setzt auf Chatbots, öffnete seinen Messenger aber für Assistenten vieler verschiedener Anbieter, von Medien bis Fluggesellschaften oder Banken. Ein Plan ist, den Facebook Messenger auch in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden zu etablieren und damit Geld zu verdienen.

Skepsis von Snowden

Skeptisch steht der Whistleblower Edward Snowden dem neuen Google-Messenger gegenüber. Er rät davon ab, den Messenger zu nutzen. Wegen unsicherer Verschlüsselungseinstellungen könnten die Nachrichten seiner Ansicht nach der Polizei zur Verfügung gestellt werden, wie er auf Twitter schreibt:


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