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Microsoft-App beschreibt Blinden die Umgebung

Microsoft hat eine Smartphone-App entwickelt, die Sehbehinderten mittels künstlicher Intelligenz die Umgebung erklärt. Ausgelegt ist sie vorerst jedoch nur für den englischen Sprachraum.

von Luca Perler, Nina Setinc (Pressetext) 14.07.2017

Microsoft hat mit «Seeing Al» eine neue Smartphone-App vorgestellt, die mittels künstlicher Intelligenz das Geschehen im Umfeld für Sehbehinderte beschreibt. Der Nutzer richtet seine Smartphone-Kamera auf eine Person, einen Gegenstand oder Geldnoten. Das Programm scannt darauf das jeweilige Objekt und beschreibt es im Detail. «Seeing Al» gibt zudem akustische Anweisungen, damit das Smartphone etwa in der richtigen Distanz zum Objekt gehalten wird. Ist eine Person oder ein Dokument zu weit weg, erklärt die Assistentin, wie das Smartphone zur Korrektur bewegt werden muss. 

Die App ist vom Funktionsumfang her vielfältig. Sie erkennt bekannte Personen, kann das Alter und die Gefühle von Fremden einschätzen, Haushaltsprodukte durch das Scannen von Barcodes erkennen, Dokumente lesen und Dollar-Noten erkennen. Vor allem das Geld-Feature ist für Blinde und Sehbehinderte äusserst nützlich, denn amerikanische Geldscheine haben ungeachtet ihres Wertes immer dieselbe Grösse. Schweizer Banknoten erkennt die App noch nicht. Vorerst ist «Seeing Al» auch nur in Englisch und für das Betriebssystem iOS erhältlich. Ob und wann eine Version für den deutschen Sprachraum und Android verfügbar sein wird, ist nicht bekannt. Was die App bisher kann, demonstriert Microsoft in verschiedenen Tutorial-Videos

Das Programm verwendet neuronale Netzwerke, um die Welt um sich herum zu identifizieren. Für selbstfahrende Autos oder Drohnen wird dieselbe Technik verwendet. Die Prozesse werden direkt auf der App ausgeführt, wodurch sie ausfallsicherer wird. Vor allem bei instabiler Internetverbindung ist dieser Ansatz sinnvoll. Aber die komplexeren Vorgänge, wie das Beschreiben einer kompletten Situation oder das Erkennen von Handschriften, benötigen die Verbindung zur Cloud.

(Pressetext)

Tags: Microsoft

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