Outlook für Android und iOS ist da

Microsoft veröffentlicht nach Word, Excel und PowerPoint auch Outlook für Android und iOS. Die App ist ein direkter Angriff auf Googles neue Gmail-App.

von Luca Diggelmann 29.01.2015

Kurz nachdem Microsoft seine Office-Apps Word, Excel und PowerPoint für Android veröffentlicht hat, erscheint auch Outlook auf mobilen Geräten. Die Mail-App ist für iOS in der finalen Version und für Android in einer fortgeschrittenen Vorschauvariante verfügbar und kann kostenlos bei Google Play oder iTunes heruntergeladen werden.

Bei Outlook für iOS und Android handelt es sich nicht um eine Empfänger-App für Outlook.com oder spezielle Exchange-Konten, sondern um eine ausgewachsene Mail-App im Stil von Gmail. Unterstützt werden Konten von Exchange, Outlook.com, Google, iCloud, Yahoo und sämtlichen Anbietern, die IMAP unterstützen. Unter iOS ist die IMAP-Funktion jedoch noch nicht verfügbar. Zusätzlich können die Cloud-Dienste OneDrive und Dropbox direkt in die App integriert werden.

Gmail von Microsoft – und das ist auch gut so

Auffällig ist dabei auch die grosse Ähnlichkeit von Outlook mit der Konkurrenz von Gmail. Die Hauptansicht der App ist unterteilt in zwei Mailboxen. Eine davon ist «Fokussiert», die andere für den Rest der Mails. Damit versucht Outlook, die Unterteilung von Gmail auf eine eigene Art und Weise umzusetzen. Wichtige Mails landen im Fokussiert-Ordner. Wem das System nicht gefällt, kann es in den Einstellungen ausschalten und mit einer herkömmlichen Mailbox arbeiten. Hinweis zum Datenschutz: Um Dienste wie die fokussierte Mailbox anzubieten werden gewisse Daten über Acompli-Server in den USA geschleust. Dazu gehören je nach Anbieter auch Nutzerdaten und Passwörter.

Ebenfalls an Gmail, respektive Google Inbox, erinnern die Wischgesten, mit denen Mails archiviert, gelöscht oder aufgeschoben werden können. Generell werden sich Gmail-Nutzer in Outlook für Mobile schnell zurechtfinden. Das Interface wurde von der App Acompli übernommen, die von Microsoft im vergangenen Jahr gekauft wurde. Das ist in vielerlei Hinsicht eine gute Sache. Es macht einerseits den Umstieg leichter und erlaubt zudem, Geschäftliches und Privates auf zwei Apps mit sehr ähnlicher Bedienung zu verteilen. Da sowohl Gmail als auch Acompli grundsätzlich solid und funktional sind, wird sich Microsoft damit wenige Feinde machen.

Cloud-Anbindung auf Wunsch

Der wohl grösste Vorteil von Outlook gegenüber den Google-Apps ist jedoch die Vielseitigkeit der App. Outlook vereint Inbox, Kalender, Cloud-Speicher und Kontakte in einer App. Über das Menü kann fliessend zwischen den Diensten hin und her gewechselt werden. Der Kalender verhält sich dabei wie der Google Calendar. Im Dateienmenü können OneDrive und Dropbox integriert werden. So bekommt man einerseits schnellen Zugriff auf alle seine Cloud-Daten und kann Mailanhänge in die Cloud speichern. Wer keine Cloud-Dienste nutzen will, muss das auch nicht tun.

Insgesamt macht Outlook bereits zu Beginn einen soliden Eindruck und kann gut mit Gmail und Co. mithalten. Dazu sei erwähnt: Wir haben die App in der noch unfertigen Android-Version getestet.


    Kommentare

    • dst 30.01.2015, 11.48 Uhr

      Mit der Tatsache das alle Mails über einen Fremdserver durchgeschleust werden und das Passwörter auf dem fremden Server gespeichert werden. Daher finger weg von dieser App.

    • Midori 30.01.2015, 13.24 Uhr

      Genau, dieser Hinweis fehlt mir ebenfalls. Anscheinend steht in den AGB, dass sich die App nicht direkt mit dem Mailserver verbindent, sondern über Proxy-Server in den USA. Finde ich schon erwähnenswert. Macht die App an und für sich nicht schlechter/weniger funktional, aber nach den letzten Jahren dürfte das nicht wenige Leute interessieren.

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