Übertragungsrechte: Teleclub schnappt sich die Champions League

Ab Sommer überträgt Teleclub alle Partien der Champions und Europa League. Meist exklusiv. Ein Guide durch den unübersichtlichen Übertragungsdschungel.

von Florian Bodoky 09.02.2018

In den letzten Monaten musste Teleclub bei den Sportübertragungsrechten ordentlich Federn lassen. Noch bis letzten Sommer war der Pay-TV-Anbieter praktisch Alleinherrscher in der Schweiz. Danach setzte sich die Konkurrenz zur Wehr: UPC holte sich die Übertragungsrechte am Schweizer Eishockey und der deutschen Fussball-Bundesliga. Kurze Zeit später lancierte der Sportriese Sky eine Streaming-App, ebenfalls mit Bundesliga-Rechten. Die beliebte Premier League aus England sowie die Primera Division aus Spanien hat sich der Streaminganbieter DAZN unter den Nagel gerissen. 

Für Teleclub blieben hier nur die Krümel: Ein Premier-League-Spiel pro Woche auf Französisch, die Freitagsspiele der Bundesliga sowie einige Spiele der französischen League 1. Allerdings: Die italienische Serie A sowie die heimische Raiffeisen Super League blieben dem Teleclub erhalten. Nun gibts aber Licht am Ende des Tunnels: Ab Sommer, also zum Start der Saison 18/19, kommen alle 137 CL- und 205 EL-Spiele. Im Unterschied zu letzter Saison werden die meisten davon exklusiv im Teleclub zu sehen sein, nämlich 121 CL- und 190 EL-Spiele. 

PCtipp meint

Die Situation für Endkunden ist momentan ein Desaster. Dass sich die Anbieter um die Übertragungsrechte balgen wie kleine Kinder auf dem Spielplatz – geschenkt! Denn die Probleme liegen nicht nur bei der Vielzahl an Anbietern, sondern auch bei den Abo-Modellen.

Problem 1: Man muss Providerkunde sein

Das grösste Problem ist, dass weder Teleclub noch die UPC ein unabhängiges Sportangebot haben. Man muss zwingend Kunde bei einem bestimmten Provider sein, also den Internetanschluss kostenpflichtig von diesem beziehen, um vom Sportangebot profitieren zu können. Ausnahme: DAZN. Der Streaminganbieter bietet sein Programm über eine App an. Solange man mit dem Internet verbunden ist, kann Sport geguckt werden. 

Problem 2: Basisprodukte erforderlich

Bei UPC muss man zwingend Horizon TV abonnieren, bei Teleclub das Basic-Paket – mit Filmen und Serien, die vielleicht gar nicht von Interesse sind. Zusätzlich kommen für das Sportpaket noch Gebühren dazu. Das heisst: Nur, um das Sportprogramm empfangen zu können, werden bei UPC insgesamt Fr. 45.–, bei Teleclub je nach Provider zwischen Fr. 42.80 und Fr. 51.80 fällig.

Zum Vergleich: Streaminganbieter DAZN bietet nur das Sportprogramm mit kurzfristiger Kündigungsmöglichkeit und ohne Basispaket – für Fr. 12.90 im Monat. Allerdings ohne Champions League und ohne Schweizer Wettbewerbe.

Tags: Fernsehen

    Kommentare

    • Nalevets 10.02.2018, 14.56 Uhr

      "Man muss zwingend Kunde bei einem bestimmten Provider sein" ─ ich weiss nicht, was da genau gemeint ist aber es ist durchaus möglich, Teleclub unabhängig vom Kabelanbieter zu abonnieren. Ich habe Fernsehen, Fixnetztelefon und Internet bei Breitband (Improware) und zusätzlich ein separates Abo bei Teleclub, wofür mir Teleclub ein zusätzliches Settopbox zur Verfügung stellt.

    • Nebuk 11.02.2018, 14.27 Uhr

      Als Kunde fühle ich mich schon arg verarscht. Exklusiverträge sollten bei Übertragungen, egal welcher Art, per Gesetz verboten werden. Wenn ich die Premier League anschauen möchte, kann ich den Anbieter nicht auswählen. Hier wird man quasi gezwungen einen Anbieter zu nutzen. Möchte ich die Super League anschauen habe auch ich auch keine andere Wahl und muss Teleclub abonnieren. Beim Eishockey ists genau so. Champions League auch und so weiter.

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