BlackBook: Farinoli gewinnt erste Runde

Die Site mit der Kritik an der Marketing CD BlackBook 2000 muss bis zum 22. Mai vom Internet verschwinden.

von Beat Rüdt 17.05.2001

Bei einer Verhandlung vor dem Bezirksgericht vereinbarten Fausto G. Farinoli und der Student Roman Racine, dass die Site bbook.trash.net vorläufig aus dem Netz verschwinden soll. Die Vereinbarung wurde im Verlaufe der Verhandlung vor dem Audienzrichteramt Zürich getroffen.

Racine erhebt auf seiner Site massive Vorwürfe wegen Verletzung des Datenschutzgeseztes an die Adresse von Farinoli [1]. Farinoli hat sich nun zur Wehr gesetzt und vor Gericht erwirkt, dass die Site bis zum 22. Mai aus dem Netz verschwinden muss.

Die Verhandlung wurde von über dreissig Interessierten, darunter viele aus der Swiss Internet User Group (SIUG) verfolgt. In der Verhandlung ging es darum zu entscheiden, ob die Inhalte auf der Site von Racine ehrverletzend sind oder nicht. Farinolis Anwältin führte aus, dass sich bereits geschäftsschädigende Auswirkungen eingestellt hätten und Farinoli als Selbständiger keine Zeit mehr habe für sein eigentliches Geschäft.

Die Verbindungen zwischen Farinoli und IConnect sowie Carfashop wurden auch vor Gericht nicht klarer. Einerseits bestätigte Farinolis Anwältin, dass ihr Mandant im Auftrag von IConnect an der CD als Programmierer mitgewirkt habe. Auf direkte Frage des Richters, ob er auch Daten gesammelt habe, verneinte Farinoli, was seinen Aussagen gegenüber dem PCtip vom 27. 4. klar widerspricht.

Das Ziel, bbook.trash.net (vorläufig) zum Verschwinden zu bringen, konnte Farinoli vorerst erreichen. Dass die Site nicht sofort weggenommen werden muss, liegt wohl daran, dass Farinoli die Domain sexualabnormity.com am 16. Mai auf dem Namen von Racine reserviert hatte. Er muss bis zum gleichen Zeitpunkt diese Registrierung rückgängig machen. Es wurde vor Gericht nicht klar, was er mit dem Reservieren dieser Adresse bewirken wollte.

Racine verteidigte sich selbst. Da er die Anklageschrift erst vor Gericht erhielt, war er entsprechend schlecht vorbereitet und versuchte dem Gericht zu erklären, warum er so massive Vorwürfe gegen Farinoli erhob. Warum er die Vereinbarung akzeptierte, hänge mit seiner kurzen Vorbereitungszeit zusammen. Bis zum Hauptverfahren (dort geht es um eine Klage von Farinoli gegen Racine wegen Ehrverletzung) werde er sich besser vorbereitet haben. Farinoli und seine Anwältin gaben an, ihre Ziele für diese erste Verhandlung erreicht zu haben.

Dieser zweite Gerichtstermin dürfte noch nicht der letzte sein. Racine hat eine Strafklage gegen Farinoli eingereicht, deren genauer Inhalt er nicht preisgab.


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