Deutsche Konsumentenschützer verklagen Microsoft

Deutsche Verbraucherschützer bemängeln unzureichende Datenschutz-Klauseln in Windows 10. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat vor dem Landgericht München Klage gegen Microsoft eingereicht.

von Stefan Bordel 01.03.2016

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Windows 10 mit Datenschutzmängeln: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat Klage gegen Microsoft vor dem Landgericht München eingereicht. Streitpunkt sind die nach Ansicht der Verbraucherschützer undurchsichtigen Datenschutzbestimmungen von Windows 10.

Windows 10: In den Datenschutz-Optionen lassen sich die Voreinstellungen anpassen Windows 10: In den Datenschutz-Optionen lassen sich die Voreinstellungen anpassen Zoom Im Gegensatz zu den Vorgänger-Versionen des Betriebssystems ist Windows 10 sehr stark auf die Kommunikation mit den Microsoft-Servern angewiesen. Wer das System im vollen Umfang nutzen möchte, der kommt um eine Anmeldung mit seinem Microsoft-Konto quasi nicht herum. So wird beispielsweise bei der Nutzung des Sprachassistenten Cortana insbesondere in den Standardeinstellungen eine Vielzahl an Nutzerdaten an die Cloud gesendet und synchronisiert. Hierzu gehören etwa Spracheingaben, Kalendereinträge, Kontakte, Standortdaten oder der Browser-Verlauf.

Den hierfür notwendigen Lizenzbestimmungen müssen beim Upgrade auf Windows 10 zugestimmt werden. «Per Klausel verlangte Microsoft darin die Einwilligung in die Datenerhebung und -nutzung pauschal für alle Funktionen und Dienste gemäss der eigenen seitenlangen Datenschutzerklärung», erläutert die Verbraucherzentrale. Allerdings sei die Tragweite der Datenschutzerklärung für den Verbraucher nicht ersichtlich, da diese viel zu lang und unübersichtlich sei. Daher fordern die Verbraucherschützer eine optische Hervorhebung aller relevanter Datenerhebungen.

Weil Microsoft aber den Aufforderungen nicht nachgekommen sei und sich weigere eine geforderte Unterlassungserklärung abzugeben, hat die Verbraucherzentrale NRW nun die Klage gegen die Redmonder eingereicht.

Datenschutz-Optionen in Windows 10 anpassen

Bereits seit dem Start von Windows 10 hat das Betriebssystem mit heftigen Datenschutz-Bedenken zu kämpfen, auch in der Schweiz. Wie Sie die Datensammelei der Redmonder im Nachhinein einschränken können, lesen Sie in dem Bericht «Windows 10: So schützen Sie Ihre Privatsphäre».


    Kommentare

    • resfuchs 01.03.2016, 20.33 Uhr

      Mit dem Hilfsprogramm ShutUp10 von O&O Software (kostenlos) hat man alle relevanten Einstellung auf einer Seite zusammen gefasst. So lässt sich die persönlich Paranoia individuell einstellen.

    • PC-John 01.03.2016, 22.50 Uhr

      Und auf welcher Hardware werkeln diese Datenschützer? Wohl auf Apple. Dort ist dieses Thema noch viel schlimmer, nur wird das nicht offengelegt. Die Teutonen hoffen wohl wieder auf einen EU-Entscheid wie damals wegen dem IE-Browser. Und die Microsoft-Busse mussten die Europäer via Lizenz-Gebühren nachträglich berappen. Gelernt wird hier wieder einmal gar nichts.

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