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Microsoft: kein Stopp fürs Datensammeln

Jetzt hat es Microsofts Vize-Chef offiziell zugegeben: Die Datensammlung lässt sich nicht abstellen, Kritik daran sei jedoch unberechtigt.

von Simon Gröflin 05.11.2015

Unter Kritikern gilt Windows 10 als das wohl datenhungrigste Windows aller Zeiten: Zahlreiche Datenschützer beschwerten sich, dass Windows 10 mehr Daten von seinen Nutzern sammle, als nötig sei. Microsoft hat dies immer wieder bestritten: Die Übermittlung spezifischer Daten sei dazu da, das Nutzererlebnis zu verbessern. So stellte sich bald heraus, dass Windows 10 viele Systemdaten sammelt und an die Microsoft-Server schickt. Das ist selbst dann der Fall, wenn der Anwender von den dargebotenen Opt-Out-Funktionen Gebrauch macht.

In einem Interview mit PCWorld gab es Microsofts Vizepräsident Joe Belfiore nun offiziell zu: Man benötige bestimmte Daten, um das Nutzererlebnis zu verbessern und um Abstürze zu vermeiden. Die gesammelten Informationen seien wichtig für das Ökosystem und daher kein Thema für die Privatsphäre. «Wir sammeln Daten, um das Nutzererlebnis für alle zu verbessern», so Belfiore. Die Rede ist von den sogenannten Telemetriedaten: Dabei handelt es sich um Hardware-Protokolldaten zur Fehlerberichterstattung. 

Nach Auffassung von Belfiore geht Microsofts gegenwärtiges Setup sauber mit den Nutzerdaten um. Tracking-Dienste, von denen sich der User nicht ausloggen kann, erachte Microsoft datenschutzrechtlich als nicht bedenklich. In Szenarien, bei denen keine Optionen angeboten werden, sei man sich sicher, dass es es ums «Wohl des Ökosystems» und nicht um persönliche Daten geht, die mit dem Datenschutz in Konflikt geraden könnten.  

Erst vor ein paar Wochen hat Microsofts Windows-Chef Terry Myerson in einem Unternehmens-Blog versucht, die Bedenken von Datenschützern zu zerstreuen. Darin hat Microsoft festgehalten, welche Daten Microsoft von seinen Nutzern sammelt.


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