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Was ist eigentlich mit Tizen?

Das mobile Betriebssystem Tizen sollte Samsungs Plan B werden, eine Alternative zum allzu dominanten Android. Auf das erste Tizen-Smartphone wartet die Welt aber nach wie vor.

von Hannes Weber 18.12.2014

Mit dem freien Betriebssystem Tizen wollte Samsung ursprünglich die Abhängigkeit von Googles Android-Betriebssystem verringern. Ein Vorhaben, das bislang gründlich gescheitert ist. Bereits mehrfach liess Samsung geplante Markteinführungen des ersten Tizen-Smartphones kurzfristig platzen, zuletzt am 10. Dezember in Indien. Ob und wann das Samsung Z1 dort doch noch erscheint, steht in den Sternen. Schon im vergangenen Sommer hatten die Koreaner mit dem Samsung Z ein High-End-Smartphone mit Tizen angekündet, das noch im dritten Quartal in Russland erscheinen sollte – was aber nie passierte.

Viel heisse Luft

«Tizen wird zu Vaporware» schrieb WinFuture passend. Tatsächlich ist das mobile Betriebssystem bislang vor allem Schall und Rauch.

Ist nie auf den Markt gekommen: Samsung Z mit Tizen Ist nie auf den Markt gekommen: Samsung Z mit Tizen Zoom

Bereits seit rund drei Jahren arbeitet Samsung zusammen mit Intel an der Weiterentwicklung von Tizen. Das Betriebssystem basiert wie Android auf Linux und ging ursprünglich aus MeeGo hervor. Samsung liess auch Teile seines früheren proprietären Betriebssystems Bada in die Entwicklung einfliessen. Die Vision hinter Tizen ist ein plattformunabhängiges mobiles Betriebssystem, das nicht nur auf Smartphones, sondern auch in Wearables, Fernsehern oder Autos zum Einsatz kommen soll. Gänzlich neu ist dieser Ansatz allerdings nicht, schliesslich verfolgt Google mit Android dasselbe Ziel.

Uhren und Fernseher

Die SmartWatch Samsung Gear S läuft mit Tizen Die SmartWatch Samsung Gear S läuft mit Tizen Zoom

Während das erste Tizen-Smartphone weiter auf sich warten lässt, gibt es durchaus bereits erste Geräte mit dem Betriebssystem im Handel. Samsung setzt etwa bei seinen aktuellen Smartwatches Gear 2 und Gear S auf Tizen. Und auch die smarte Kamera Samsung NX300M basiert auf Tizen. Jüngst haben die Koreaner zudem angekündet, dass an der Elektronikmesse CES im Januar in Las Vegas ein erstes TV-Gerät mit Tizen-Betriebssystem vorgestellt werden soll.

Fehlen die Apps?

Es ist den Koreanern also durchaus ernst mit Tizen. Und das erste Tizen-Smartphone ist wohl nur eine Frage der Zeit. Als Grund für die ständigen Verschiebungen wird spekuliert, dass Samsung mit dem Ökosystem, also der App-Auswahl, noch nicht zufrieden sei. Ein Problem, an dem alle neuen mobilen Betriebssysteme zu nagen haben, man denke nur an Windows Phone. Mangels verfügbaren Geräten dürfte das Entwicklerinteresse an Tizen bislang bescheiden sein – ein Teufelskreis. Dabei hätte das Linux-Betriebssystem gute Voraussetzungen für eine florierende Entwicklerszene, denn neben nativen Apps werden auch webbasierte HTML5-Anwendungen unterstützt.

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Tags: Samsung, Tizen
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    Kommentare

    • multi-os 04.01.2015, 13.33 Uhr

      Persönlich finde ich Tizen sehr interessant, zumindest was ich bisher darüber Bescheid weiss. Die Problematik von Tizen ist vielschichtig und lässt sich nicht einfach an Willensmangel Samsung's erklären. - Der lange Weg der zu Tizen führte (MeeGo, Moblin usw) schreckte wohl viele Entwickler ab, vermutlich vor Allem freie Entwickler. - Der starke Trend zu Smartphones ab 2008 hatte bestimmt auch einen Einfluss dass die Kapazitäten freier OpenSource Entwickler geringer wurden. Es scheint[...]

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