Windows 10: Unsere Wünsche wurden erhört

Microsoft hat das neue Windows 10 vorgestellt und damit die Erwartungen der PCtipp-Redaktion grösstenteils erfüllt.

von Luca Diggelmann 22.01.2015

Am Abend des 21. Januar hat Microsoft erstmals das neue Windows 10 vorgestellt. Bereits davor hat die PCtipp-Redaktion ihre Wünsche zum neuen Betriebssystem ausgesprochen. Der Vergleich zeigt: Unsere Wünsche wurden grösstenteils erhört. Windows 10 sieht nach einem gelungenen Fortschritt aus, sofern technisch alles läuft.

Endlich wieder Desktop

Als Erstes wünschten wir uns einen ausgewachsenen Desktop-Modus, nicht eine halbherzige Vermischung aus Touch-Funktionen und Kompromiss-Desktop. Windows 10 passt sich dem Gerät tatsächlich an und bedient sich auf dem Desktop, wie man es sich gewohnt ist. Das Startmenü ist zurück und bringt die guten Funktionen der unglücklich gestarteten Metro-Oberfläche mit sich. So hätte das schon in Windows 8 sein müssen.

Unsere zweite Bitte war die Abkehr von Vollbild-Apps auf dem PC. Auch hier hat Microsoft nachgebessert. Metro-Apps starten am PC im Fenster und geben so die Taskleiste und andere Bedienelemente frei. Auf Wunsch können die Apps auch im Vollbild geöffnet werden. +1 für die Nutzerwahl.

Ein gross angekündigtes Feature von Windows 10 war der nahtlose Wechsel zwischen Desktop- und Mobile-Versionen. In der Präsentation von Microsoft hat das bereits gut geklappt. Eine kleine Überraschung: Für Tablets setzt Microsoft nicht nur auf Kacheln, sondern auch auf einen modifizierten Desktop, der ebenfalls verwendet werden kann. Das Betriebssystem fragt bei Tablets sogar nach, ob man den Kachelmodus verwenden will oder nicht. Noch ein +1 für Nutzerwahl.

Auch die fragmentierten Einstellungen wurden überarbeitet. Statt Systemsteuerung und PC-Einstellungen mit unterschiedlichen Optionen, gibt es neu einfach eine Einstellungs-App mit allen Funktionen.

Komplett neue Updates

Eine der grössten Änderungen gibt es bei den Windows-Updates. Erstmals erhalten Consumer- und Business-Versionen von Windows nicht die gleichen Updates. Zudem wartet Microsoft bei den Konsumentenversionen nicht mehr einen Monat, bis neue Funktionen veröffentlicht werden. Ist ein neues Feature verfügbar, gibt es ein Update. Die Zeit der grossen Service-Packs ist definitiv vorbei und Microsoft kommt in der Moderne an. Ob der Neustart nach einem Update wegfällt, ist nicht sicher. Mit kleineren Updates ist es jedoch gut möglich, dass dies häufiger der Fall sein wird.

Leider noch nicht bekannt ist, ob man für Windows 10 zwingend einen Microsoft-Account benötigt. Wahrscheinlicher als ein kompletter Zwang ist jedoch, dass Microsoft viele nützliche Funktionen wie den Store an ein Konto bindet und so die Nutzer zu einem Microsoft-Konto verführen will.

Kein Mangel an Halo-Referenzen

Cortana und Sparten sorgen bei Microsoft für die Halo-Referenzen. Die persönliche Assistentin Cortana wird in allen Versionen von Windows 10 verfügbar sein. Und: Sie spricht zum Launch Deutsch. Wie gut die deutschsprachigen Funktionen sein werden, wird sich zeigen.

Die zweite Halo-Referenz ist der Browser Spartan. Dieser soll langfristig den Internet Explorer ablösen. Eine Killerfunktion, die wir nicht erwartet haben, ist die Fähigkeit, Chrome-Add-Ons zu verwenden. Damit wird die Luft für Firefox und andere Browser ausserhalb des Chrome-Ökosystems sehr dünn.

Keine Informationen gab es leider zur Handschriftenerkennung und zur Kompatibilität mit NAS-Systemen. Beide Wünsche sind aber nicht unbedingt etwas, das an einer ersten Präsentation gezeigt werden muss.


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