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Dell schluckt Luxus-PC-Marke Alienware

Der weltgrösste PC-Hersteller Dell übernimmt die vor allem bei Computerspielern beliebte und prestigeträchtige Profimarke Alienware.

blue_quad von Daniel Bader (23.03.2006)

vergrößen [1][2] Nicht bekannt wurde der Kaufpreis, den Dell für den bislang in Privatbesitz befindlichen Konzern bezahlte. Analysten rechnen damit, dass die gesamten "Übernahmeformalitäten" zwischen 30 bis 60 Tage in Anspruch nehmen werden, bis Alienware komplett den Eigentümer wechselt. Der PCtipp hat aus firmennahen Kreisen erfahren, dass der Jahresumsatz des amerikanischen Luxus-PC-Anbieters für 2005 bei rund 300 Millionen US-Dollar lag. Alienware beschäftigt zurzeit etwa 700 Mitarbeiter, von denen laut Dell jede einzelne Person übernommen werde. Gemäss Firmenchef Michael Dell werde Alienware als eigenständige Marke - wie bisher - weitergeführt.

Der PCtipp meint: Ganz klar. Dell stärkt durch den Kauf deutlich seine Marktposition auf dem kleinen, aber extrem wichtigen und lukrativen Gamer-Markt. Denn gerade hier zog Dell gegenüber dem als höherwertig angesehenen Brand Alienware den Kürzeren. Dells Pendant, die Profilinie XPS, ist bis dato - kommerziell gesehen - längst nicht so erfolgreich. Unterm Strich ist die Übernahme des PC-Branchenprimus Dell ein kluger Schachzug, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Dell nimmt den grössten Konkurrenten nicht nur vom Markt, sondern verleibt ihn sich gleich ein. Daneben lehnt man sich auch noch enger an Intels Erzrivale, den zweitgrössten Prozessorhersteller AMD an. Die brisante Situation: Aktuell verkauft Alienware mit den Produktlinien "Aurora" sowie "ALX" PC-Systeme, die mit brandneuen AMD-CPUs vom Typ Athlon 64 ausgestattet sind. Das ist ein Punkt, der Dells grösstem Komponentenzulieferer für CPUs und Mainboards mit Namen Intel extrem missfallen dürfte. Auf eine Anfrage, ob Alienware künftig nur noch PCs mit Intel-CPUs ausstatten dürfe, wurde uns mitgeteilt, dass man weiterhin selbstständig entscheide, mit welchen Prozessoren man PCs bestücken werde. Offiziell also eine freie Wahl für Alienware - zumindest vorerst. Dennoch, ein mulmiges Gefühl bleibt. Bei aller Fairness zum Wettbewerb: Macht Intel Druck, könnte sich Dell ganz schnell dazu "verpflichtet" fühlen, sein Portfolio umzukrempeln und an die Wünsche seines potenten Partners anzupassen. Der Verlierer wäre in diesem Fall nicht Intel, Dell oder Alienware, sondern AMD.



     


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