Home  >  News  >  Firmen  > Meldung 50494

spacer

Google stellt Buzz vor

Wie Gerüchte erahnen liessen, gibt der Suchriese jetzt mit sozialen Netzwerken Vollgas. Ist Buzz mehr als alter Wein in neuen Web-2.0-Schläuchen?
blue_quad von Gaby Salvisberg (10.02.2010)
Das Wall Street Journal hatte bereits im Vorfeld der gestrigen Google-Pressekonferenz Gerüchte gestreut, Google arbeite an einer Art Facebook-Konkurrenz. Und das ist der neue Dienst namens Buzz denn auch – jedenfalls beinahe.
Noch ein weiteres Facebook?
Google-Manager: Vic Gundotra, Todd Jackson, Bradley Horowitz und Sergej Brin (v.L.n.R.)
vergrößenGoogle-Manager: Vic Gundotra, Todd Jackson, Bradley Horowitz und Sergej Brin (v.L.n.R.)
«Wir haben mit Ihnen etwas Aufregendes zu teilen!», leitete Google-Vizepräsident und Produktmanager Bradley Horowitz die Pressekonferenz ein. «Und genau ums Teilen von Informationen dreht sich Buzz.»

Mit Buzz erhält der Google-GMail-Anwender die von seinen Bekannten veröffentlichten Inhalte direkt in seinen GMail-Posteingang. Beim ersten Aktivieren von Buzz via GMail-Webinterface werden alle User, mit denen man per GMail mailt und chattet, automatisch als Buzz-Follower vorgeschlagen. Das ist ähnlich wie bei Facebook, sofern man jenem den Zugang zum Google- oder Hotmail-Konto gibt.

GMail-Produktmanager Todd Jackson war nun an der Reihe, etwas konkreter zu werden. Die gebuzzten Inhalte können – wie bei Facebook – aus Statusmeldungen, Links, Bildern oder Videos bestehen. Die Bedienoberfläche unterscheidet sich jedoch von jener der etablierten Konkurrenz. Buzz ist schneller, übermittelt die Infos in Echtzeit und enthält beispielsweise einen eigens für die neue Plattform entwickelten Videoplayer. Zu betrachtende Fotos werden in Sekundenbruchteilen auf Browsergrösse aufgeblasen und lassen sich schnell durchblättern.
Die bei Buzz platzierten Inhalte lassen sich entweder für alle Internetuser oder nur für selbst definierte Benutzergruppen veröffentlichen. Wer einen bestimmten Follower nicht will, der kann seine Inhalte für diesen auch blockieren. Genau wie bei Facebook gibts ein Kommentierfeld. Zudem werden die Inhalte von der Google-Suchmaschine in Echtzeit indexiert. Nicht zuletzt bestehen Schnittstellen zu anderen Web-2.0-Diensten wie Flickr, Twitter, Google Reader, Blogger, YouTube und Picasa. Getwitterte Inhalte oder bei Flickr eingestellte Fotos können damit automatisch als Buzz erscheinen. Die grosse Konkurrenz (Facebook) fehlt hier als Partneranwendung, was nicht sehr überrascht.
Relevanz geht vor
Ein Problem bei sozialen Netzwerken sei die schiere Flut von teils zutiefst unwichtigen Informationen. Im Unterschied zu Facebook will Buzz Unwichtiges von Wichtigem unterscheiden. Kommentierte Inhalte von Freunden werden beispielsweise prominenter dargestellt als etwa simple Statusmeldungen wie «Ich trinke Kaffee». Trotzdem sind die kleinen, weniger relevanten Meldungen stets am unteren Ende der GMail-Webseite abrufbar. Mit der Zeit will Buzz vom Benutzer lernen, was ihm gefällt und was nicht.
Den exakten Geschmack eines Users zu kennen, wird Google auch das Anzeigen perfekt zugeschnittener Werbung erleichtern.
Unterwegs per Buzz
Ein weiterer Anwendungszweck von Buzz ist die Verzahnung mit Google Mobile Maps und weiteren Standortdiensten. Vic Gundotra, Vizepräsident von Google Engineering erklärte, der Aufenthaltsort einer Person sei für deren Bekannte eine relevante Information. So gibt es fürs iPhone, für Windows Mobile und Google Android eine Anwendung, die dem User erlaubt, seinen genauen Standort mit wenigen Klicks an seine Freunde zu buzzen. Dabei braucht sich der User nicht mit Koordinaten herumzuschlagen, sondern wählt unter den automatisch ermittelten Orten einfach z. B. «Zuhause», «Im Büro» oder «Im Garten» aus. Auch eine Spracherkennung soll an Bord sein, damit der Anwender seine Buzz-Stati im Handy nicht einzutippen braucht.
Buzzes können auch fix mit Google Mobile Maps verknüpft werden. Der Anwender greift so auch auf die öffentlichen Buzz-Kommentare anderer User zu, die per Buzz etwa einen Laden oder ein Restaurant bewertet haben.
Gegen Ende der Pressekonferenz gesellte sich auch Google-Gründer Sergej Brin zur Runde. Für ihn habe Buzz «auch im Geschäftsalltag die Art, wie wir kommunizieren, verändert». Er bekomme von seinen Mitarbeitern viel schneller Feedbacks.
Warten auf den Buzz
Google plant, direkt nach Abschluss der Pressekonferenz mit dem Rollout von Buzz zu beginnen. Die Anwendung werde in den rund 146 Millionen GMail-Konten fortlaufend aufgeschaltet. Bis in ein paar Tagen sollte der Vorgang abgeschlossen sein.


Anzeige

Anzeige
Social Bookmarks
ARCHIV
left
MÄRZ 2010
right
MO
DI
MI
DO
FR
SA
SO
1
2
3
4
5
6
7
8
9

» Die letzten 14 Tage

» Newsarchiv

Wählen Sie:
UMFRAGE

Lösen Smartphones die PCs bald ab?

Ja
Beides wird weiterhin gebraucht
Nein, PCs bleiben immer überlegen
Ähnliche News

Die norwegische Software-Schmiede wird im Rahmen des Mobile World Congress (15. bis 18. Februar) in Barcelona den Opera-Browser für das iPhone präsentieren. Opera Mini kommt aufs iPhone

Red Bull Mobile präsentiert sein erstes eigenes Android-Handy in der Schweiz. RBM2 ist ab dem 10. Februar erhältlich. Red Bull Mobile: Android-Handy RBM2

Die Applikation Swiss Map Mobile wurde um die offiziellen Routen des Schweizer Wanderwegnetzes ergänzt. Schweizer Wanderwege auf dem iPhone

Mit dem iPad veröffentlicht Apple auch eine neue Version der Entwicklungsumgebung. Ein kleines Detail birgt eine Menge Zündstoff. VoIP mit iPhone und iPad

Mark Zuckerbergs einlullende Worte vor einigen Tagen können nicht darüber hinwegtäuschen: Die neuen «Privatsphären»-Einstellungen führen zum Daten-Zwangs-Striptease. «Facebook Privatsphäre» - eine Augenwischerei?

Leser empfehlen

Microsoft hat eine Fix-it-Lösung veröffentlicht, um zumindest teilweise Herr der Schwachstelle im Internet Explorer zu werden. Microsoft: Fix-it-Tool mit Nebenwirkung

Bei Microsoft ist das Nutzen des Apple-Handys iPhone nicht sonderlich gern gesehen. Tarnen und Täuschen lautet das Motto. Auch Microsofties mögen iPhones

Schon am ersten Tag gingen in den USA 120'000 Bestellungen für Apples neuen Tablet-PC ein. Am 3. April wird geliefert. iPad knüpft an iPhone-Erfolg an

Dieser Kurs erklärt Einsteigern direkt am PC, wie ihnen nach wenigen Stunden Einarbeitung traumhafte Aufnahmen gelingen. Digital Fotokurs: Perfekte Bilder in Sekunden

Intel stellt mit dem Xeon X7460 seinen ersten Sechskernprozessor vor. Der Xeon für Mehrwegesysteme arbeitet mit 2,66 GHz und protzt mit 25 MB Cache. Test: Intels erste Sechskern-CPU

Aktuelle Meldungen

Das Simon Wiesenthal Center gibt zu denken, dass das Internet immer mehr für Gewalt, Terror und Hass missbraucht wird. Die dunkle Seite des Web wächst

Corel lanciert mit Digital Studio 2010 ein Programmpaket für Video-/Fotobearbeitung und Medienverwaltung. Mit dabei ist auch ein DVD-Player. Das Paket... Test: Corel Digital Studio 2010

Nokia wagt wieder einen Schritt in die Zukunft. Der selbstaufladende Akku für Handys soll den Finnen wieder zu einem Erfolgserlebnis verhelfen. Akkus durch Bewegung aufladen

Bei Microsofts neuer Version soll vieles besser werden: Internet Explorer 9 wird Webentwicklern mehr entgegen kommen. Eine Vorschau des Browsers steht... Internet Explorer 9 am Start

Shuttle hat seinen All-in-One-PC X50 überarbeitet. Der Nachfolger X50V2 soll mit 50 Prozent weniger Strom und ohne Lüfter auskommen. Neuauflage: Shuttle X50

Anzeige