Digitec Galaxus verschickt Pakete ohne Luftschlangen

Der Onlinehändler verpackt neu fast sein ganzes Sortiment ohne Füllmaterial. Neue Verpackungsmaschinen umschliessen die Bestellungen mit massgeschneiderten Kartonschachteln.

von Claudia Maag 12.10.2018

Digitec Galaxus verpackt gegen 90 Prozent seines Sortiments automatisiert und ohne Füllmaterial, wie der Onlinehändler in einer Mitteilung schreibt. Nach einer erfolgreichen Testphase habe man die erste von zwei neuen Verpackungsmaschinen im Zentrallager im aargauischen Wohlen in Betrieb genommen. Die zweite Maschine geht in wenigen Tagen ebenfalls live.

Beide Maschinen zusammen sollen 1400 Bestellungen pro Stunde verpacken können. Bei der manuellen Verarbeitung kommt viel Füllmaterial zum Einsatz. Anders bei den Anlagen: Sie falten die Pakete passgenau auf die Dimensionen der gebündelten Bestellung. Laut Digitec Galaxus sind die beiden Maschinen in der Lage, rund 85 Prozent der Lagerartikel ohne jegliches Füllmaterial zu verarbeiten.

Kein Personal entlassen

«Weiterhin von Hand verpacken unsere Mitarbeitenden zum Beispiel Festplatten, die wir nur mit Spezialpaketen verschicken», lässt sich COO Johannes Cramer in der Mitteilung zitieren. Zudem gebe es ein Grössenlimit: «Die Maschinen schlucken Bestellungen bis zu einer Länge von 80 Zentimetern und einer Höhe von 37 Zentimetern.» Manuell verpackt werden bei Digitec Galaxus bis auf weiteres auch Glaswaren und andere zerbrechliche Gegenstände sowie Sammelbestellungen mit mehr als vier Artikeln.

«Wir entlassen wegen den neuen Maschinen übrigens keine Mitarbeiter», ergänzt Unternehmenssprecher Alex Hämmerli. «Die Maschinen sind nötig, weil wir so schnell wachsen.» In der Logistik in Wohlen habe man weiterhin grossen Bedarf an Handarbeit.

Die beiden Verpackungsmaschinen dürften das Bestellvolumen ab eigenem Lager fürs erste abdecken. «Es ist aber absehbar, dass die Anlagen diesen Black Friday sowie in der Vorweihnachtszeit bereits an ihre Kapazitätsgrenzen kommen werden», prognostiziert Cramer. Digitec Galaxus sei weiterhin auf Wachstumskurs. Man prüfe daher schon den nächsten Maschinen-Zukauf. 


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