Paymit, Twint: Apple behindert Milliardengeschäft

Dem Mobile Payment wird ein starker Zuspruch der User vorhergesagt. Die Analysten von Ovum rechnen aber mit einer Dominanz der NFC-Technik wie bei Apple Pay.

von Mark Schröder 25.02.2016

Das Mobile Payment steht in der Schweiz erst am Anfang. Kreditkarten, Apps wie Paymit, SwissWallet und Twint beginnen gerade erst, Verbraucher für sich zu gewinnen. Den Lösungen wird ein grosser Nutzerzuspruch vorhergesagt. Das Analystenhaus Ovum prognostiziert im «Mobile Payments Forecasts 2014-2019» ein nahezu exponentielles Wachstum: Von weltweit rund 44,6 Millionen Nutzern im vorletzten Jahr soll die Zahl der Verbraucher mit Smartphone-Payments 2019 auf rund 1090,9 Millionen steigen. Im gleichen Zeitraum wird der Transaktionswert gemäss Ovum von 4,8 auf 141,2 Milliarden US-Dollar zulegen.

Ovum rechnet mit einem exponentiellen NFC-Wachstum beim Mobile Payment Ovum rechnet mit einem exponentiellen NFC-Wachstum beim Mobile Payment Zoom© Ovum

Die Krux: Die Mehrzahl der Schweizer Lösungen bleibt zunächst vom Milliardenmarkt ausgeschlossen. Denn Analysten sagen auch voraus: 939,1 Millionen der Nutzer oder 86 Prozent verwenden für das Mobile Payment die NFC-Technologie. Weder die am häufigsten heruntergeladene App (Paymit) noch das System mit der grössten Verbreitung am Point of Sale (Twint) unterstützen die Near Field Communication (NFC). Nach den heutigen Plänen setzt Paymit auf eine Lösung mit QR-Codes und Twint sowohl auf Bluetooth als auch auf QR-Codes. 

Apple-Restriktion bremst Schweiz

In beiden Fällen liegt der Grund für die fehlende NFC-Unterstützung auf der Hand: Die Schweiz ist ein iPhone-Land, das Apple-Gerät hat laut den jüngsten Zahlen des Vergleichsportals Comparis einen Marktanteil von 54 Prozent. Obgleich die neusten Modelle NFC an Bord haben, verweigert Apple den App-Entwicklern bis anhin den Zugriff auf die Schnittstelle. Der Hersteller erlaubt nur dem hauseigenen Bezahldienst Apple Pay die Kommunikation via NFC. Sollte Apple seine Politik ändern, erwägt zumindest Paymit, auch auf den NFC-Zug aufzuspringen, sagte jüngst Jürg Weber, Division CEO des Paymit-Hauptentwicklers Six Payment Services, an einem Medienanlass.

Bis dahin wird der Markt für Mobile Payment voraussichtlich von den Kreditkarten und den Herstellerlösungen dominiert. Sowohl American Express, MasterCard und Visa als auch Apple, Google, PayPal sowie Samsung setzen auf NFC. Auch die Kassenterminals in der Schweiz sind grösstenteils bereit für das kontaktlose Zahlen mittels der Funktechnologie – die Mehrzahl der Systeme stammen von Six.


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