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PostFinance-Werbeangebote mit Kundendaten

Mit «PostFinance Benefit» offeriert PostFinance den Kunden passende Schnäppchenangebote. Voraussetzung: Man muss der Analyse der Transaktionsdaten zustimmen.

von Simon Gröflin 14.06.2017

Mit «PostFinance Benefit» offeriert die PostFinance den Privatkunden jetzt bis 30 Prozent Rabatt auf das Gesamtsortiment von Geschäften und Onlineshops, wie das gelbe Unternehmen in einer aktuellen Medienmitteilung schreibt. Ein wenig gruselig: Kunden müssen sich zur Nutzung dieses Rabattangebots bereit erklären, der Analyse ihrer Transaktionsdaten zuzustimmen.

Schnäppchenangebote mit Transaktionseinsicht

Die Rede ist von einer «Ziffer 20» der E-Finance-Teilnahmebedingungen. Sobald Kunden über ihr Login dieser Kondition per Opt-in, also bewusst per Mausklick, zugestimmt haben, berechnet das Unternehmen, basierend auf den E-Finance-Transaktionen, passende Rabattangebote für die jeweilige Zielgruppe. Kunden können darauf diese Angebote über ihr Konto oder in der App reservieren, um die Rabattgutschrift innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums einzulösen. Bezahlt wird dann mit der PostFinance-Debit-Karte oder über das E-Finance-Login. Zurückerstattet wird die Vergünstigung im Folgemonat auf dem Privatkonto. Damit wolle man auch die Anonymität der Kunden gewähren, heisst es.

Konsumentenschützer: Wer will, soll zustimmen

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), zeigt sich jedoch erfreut über die transparentere Option für die eigenen Schnäppchenangebote: «PostFinance verlangt diesmal explizit ein Opt-in – aus diesem Grund ist dagegen nichts einzuwenden. Jeder Kunde kann sich nun selbst überlegen, ob er seine Daten für wenige Prozent Rabatte ausgewertet haben will», sagt die Konsumentenschützerin auf Anfrage. Man stehe seit der Sache vom Herbst 2014 in engem Kontakt mit der PostFinance. «Wir wünschten uns, dass alle mit dem Opt-in arbeiten würden», betont Salder.

PostFinance beäugt vom Datenschutzbeauftragten

Das Big-Data-Vorhaben der PostFinance warf in der Vergangenheit immer wieder Fragen auf. In der ersten Phase vor drei Jahren hat die PostFinance sogar die Geschäftsbedingungen daraufhin angepasst und bot Kunden zunächst nur die Möglichkeit, sich schriftlich wieder von der Auswertung der Transaktionsdaten abzumelden. Es dauerte allerdings nicht lange, bis der Eidgenössische Datenschützer die PostFinance unter Zugzwang brachte. Die Auswertung der Kontobewegungen für zielgerichtete Werbung durfte seither nur noch freiwillig erfolgen.


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