Firmenlink

 

RapidShare ohne Führung und Angestellte

Drama um RapidShare. Die Neuausrichtung des Unternehmens scheint gescheitert, die verbliebenen Mitarbeiter haben gekündigt. Und die Verantwortlichen der Firma reagieren nicht.

von Simon Gröflin 25.02.2014 (Letztes Update: 26.02.2014)
Der Hauptsitz der RapidShare AG in Baar Der Hauptsitz der RapidShare AG in Baar Zoom

RapidShare, der einst weltweit grösste Filehoster und Pionier auf diesem Gebiet, stellt so gut wie alle Mitarbeiter vor die Wahl der freiwilligem Kündigung. «2013 hätte sich noch alles zum Besten wenden können», erzählt uns Markus P. (Name von der Redaktion geändert), ein ehemaliger RapidShare-Mitarbeiter.

«Doch dann kam der Hammer: Die Führungsriege der RapidShare AG hat anfangs Jahr 23 der 24 Mitarbeiter vor die Wahl gestellt. Entweder man kündigt freiwillig oder die Firma spricht die Kündigung aus. Mindestens 20 hätten dann selber gekündigt», führt Markus P. weiter aus.

Im Moment werde der Betrieb noch von einer Person sichergestellt. Ein Supportmitarbeiter nimmt nach wie vor das Telefon ab und betreut die bestehenden Kunden und Accounts. Vom Entwicklerteam sei bereits niemand mehr in der Firma anwesend. Was weiter mit der Firma geschieht, weiss Markus P. auch nicht. Er fühlt sich aber hintergangen, der Frust sitzt tief.

Ein weiterer Informant, der bei einem Hostingprovider tätig ist, sagte gegenüber PCtipp: «Die Verhandlungen mit RapidShare über einen geplanten Dienstleistungsvertrag platzten.» Und: «Die Eigentümerschaft rund um Gründer Christian Schmid soll auf der Suche nach neuen Investoren sein.»

Der neuste Handelsregisterauszug zeigt, dass die ehemalige Geschäftsführerin Alexandra Zwingli in den letzten Tagen als zeichnungsberechtigte Person gelöscht wurde. Einzig der ehemalige CEO, Kurt Sidler, steht neben einem Verwaltungsratsmitglieds noch im Handelsregisterauszug.

«Man machte uns grosse Hoffnungen, beispielsweise mit neuen Projekten wie mobilen Apps und dem neuen Geschäftskonzept mit Fokus auf Business-Cloud», führt Markus P. weiter aus.

Wie schlimm steht es wirklich um RapidShare? Niemand von der ehemaligen Geschäftsleitung will oder kann gegenüber PCtipp Stellung nehmen.

Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite: Aufstieg und Fall von RapidShare

Seite 1 von 2
       
       

    Kommentare

    • foeldes 25.02.2014, 16.07 Uhr

      Das Geschaeftsmodell von Firmen wie Rapidshare ist noch schaebiger als unser gutes altes Bankgeheimnis. Auf solche Praktiken koennen wir gerne verzichten, ueberlassen wir solche Machenschaften irgendwelchen Bananenrepubliken.

    • xyox01 25.02.2014, 20.22 Uhr

      Angebot eines Investors wurde ja Mitte 2013 gar nicht erst angehört .. da wollte man nichts von Externen "Besserwisser" hören ... auch deren Geld wollte man nicht ... also warum soll sich jetzt jemand darum kümmern ... damals hatte noch eine Schweizer Mediengruppe Interesse .. ich glaub nicht das das Angebot nochmals unterbreitet wird. ein (ex)RapidSharer

    • retrospective 26.02.2014, 11.05 Uhr

      Der Erfolg von RapidShare widerspiegelte die Weltweite Nachfrage Inhalte unkompliziert und schnell zu konsumieren. Der Erfolg widerspiegelt auch die Unfähigkeit der Industrie sich anzupassen. Intern war das Interesse gross die grauen Schattierungen abzustreifen und ins Licht zu treten. Die Gegenseite war und ist aber nach wie vor darum bemüht den Status quo beizubehalten. Wie viele Branchen war die RapidShare in einer Grauzone irgendwo zwischen richtig und falsch. Aber in der Westlichen Wel[...]

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.