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RapidShare ohne Führung und Angestellte

von Simon Gröflin 25.02.2014 (Letztes Update: 26.02.2014)

Aufstieg und Fall von RapidShare

Der Zuger Internetdienstleister RapidShare gehörte zu den weltweit grössten Filehostern und sein Gründer Christian Schmid soll Millionen mit seinem Geschäftsmodell verdient haben. Der Dienst startete 2004 und kann als der erste One-Click-Hoster bezeichnet werden. Im Jahr 2006 verlegte Schmid den Firmensitz - wohl aus steuerlichen Gründen - nach Baar. Dort wurden bis zu 60 Mitarbeiter beschäftigt. Bis zu 10'000 Terabyte Daten sollen auf den Servern liegen.

Nutzer des Dienstes konnten beliebige Dateien auf den Server hochladen und speichern. Die Links dazu liessen sich auf beliebigen Webseiten platzieren. Die von RapidShare angebotenen Premium-Konten wiesen aus Sicht des Bundesgerichtshofs (BGH) «besondere Komfortmerkmale» auf und förderten «durch ihre Attraktivität» die illegale Nutzung (zum Upload urheberrechtlich geschützter Werke). Die RapidShare AG kam immer mehr ins Visier von Film- und Musikindustrie, die ihre Rechte verletzt sahen. Zu Anfangszeiten konnten damals durch Uploads mit Gratiskonten Kreditpunkte für einen Premium-Account gesammelt werden. Daher hatte die Firma schon 2012 sogenannte Trafficlimits für hochgeladene Dateien eingeführt, worauf sich der geschäftliche Erfolg weiter verringerte. Durch die zahlreichen Änderungen seines Geschäftsmodells und die Kontrolle und Löschung von urheberrechtlich geschütztem Inhalt, büsste der Dienst zuletzt bei Filesharern an Anziehungskraft ein.

RapidShare verlor im August letzten Jahres in Deutschland einen grösseren Prozess gegen den Buchhandel und die Gema. Das OLG Hamburg hatte in seinem damaligen Urteil die Haftungsgrenzen für Sharehoster neu gezogen. Gemäss damaligen Aussagen von RapidShare gegenüber PCtipp handelte es sich um einen älteren Gerichtsprozess, der schon länger im Gange war. Medial in den Fokus gerückt ist RapidShare aus eigener Sicht wegen seiner Pionierrolle als seinerzeit gefragtester Filehoster.

Nachdem Kurt Sidler im Mai 2013 von Alexandra Zwingli übernommen hatte und kurz nach seinem Amtsantritt einen Grossteil der RapidShare-Belegschaft entliess, gab er nach nur acht Monaten den Chefposten im Januar 2014 wieder ab.

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    Kommentare

    • foeldes 25.02.2014, 16.07 Uhr

      Das Geschaeftsmodell von Firmen wie Rapidshare ist noch schaebiger als unser gutes altes Bankgeheimnis. Auf solche Praktiken koennen wir gerne verzichten, ueberlassen wir solche Machenschaften irgendwelchen Bananenrepubliken.

    • xyox01 25.02.2014, 20.22 Uhr

      Angebot eines Investors wurde ja Mitte 2013 gar nicht erst angehört .. da wollte man nichts von Externen "Besserwisser" hören ... auch deren Geld wollte man nicht ... also warum soll sich jetzt jemand darum kümmern ... damals hatte noch eine Schweizer Mediengruppe Interesse .. ich glaub nicht das das Angebot nochmals unterbreitet wird. ein (ex)RapidSharer

    • retrospective 26.02.2014, 11.05 Uhr

      Der Erfolg von RapidShare widerspiegelte die Weltweite Nachfrage Inhalte unkompliziert und schnell zu konsumieren. Der Erfolg widerspiegelt auch die Unfähigkeit der Industrie sich anzupassen. Intern war das Interesse gross die grauen Schattierungen abzustreifen und ins Licht zu treten. Die Gegenseite war und ist aber nach wie vor darum bemüht den Status quo beizubehalten. Wie viele Branchen war die RapidShare in einer Grauzone irgendwo zwischen richtig und falsch. Aber in der Westlichen Wel[...]

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