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SBB müssen SwissPass-Kontrolldaten löschen

SBB und der Verband öffentlicher Verkehr haben auf die Kritik des eidgenössischen Datenschützers reagiert: SwissPass-Daten sollen künftig verhältnismässig verwendet werden.

von Fabian Vogt 01.03.2016

Der Betrieb der SwissPass-Kontrolldatenbank wird per Ende März 2016 eingestellt. Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und die SBB folgen damit den Vorschlägen des Eidgenössischen Datenschützers. Dieser kam in einem Bericht zum Schluss, die bei den Fahrscheinkontrollen durchgeführten Datenbearbeitungen mit dem SwissPass seien weder verhältnismässig noch beruhen sie auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage. 

SBB und VöV wollen sämtlichen Empfehlungen des EDÖB folgen. Nebst Ausserbetriebnahme der Datenbank beinhaltet dies auch die Löschung der bisher erhobenen Daten. Laut EDÖB waren dies bereits Mitte Oktober 3,2 Millionen Einträge. Die Organisationen versichern, dass, anders als vom EDÖB behauptet, mit dem SwissPass keine Bewegungsprofile erstellt werden können. Auf dem Chip seine keine Personendaten oder Leistungen gespeichert. Wenn ein SwissPass kontrolliert werde, entstehe lediglich eine «Momentaufnahme», aber es könne nicht nachverfolgt werden, wo ein Kunde ein- und aussteigt.

Einerseits habe für die Unternehmen der Datenschutz höchste Priorität. Andererseits sind SBB und VöV laut eigener Aussage «für den Betrieb von zukunftsträchtigen und kundenfreundlichen digitalisierter Ticketsysteme darauf angewiesen, dass Daten zu Kontroll- und Verrechnungszwecken erfasst werden können und so massgeschneiderte Mobilitätslösungen für Kunden möglich sind.» SBB und VöV würden es deshalb begrüssen, wenn klare gesetzliche Grundlagen zur Datennutzung geschaffen würden.


    Kommentare

    • dst 01.03.2016, 13.24 Uhr

      Der Titel "SBB müssen SwissPass-Kontrolldaten löschen" ist irreführend. Sie verzichten freiwillig auf die Daten. Die SBB reagiert damit auf Kritik des Schweizer Datenschutzbeauftragten Jean-Philippe Walter, der die Sammlung der Daten als unverhältnismäßig und unnötig bezeichnet hatte.

    • PC-John 01.03.2016, 18.15 Uhr

      Im Normalfall würden die SBB diese Daten für gezielte Werbung einsetzen, das möchte ich zugegeben auch nicht. Wenn regelmässige Schwarzfahrer damit verfolgt werden könn(t)en, hat nur ein Täter-Schützer daran kein Interesse. Und wenn von einem Verbrecher damit Bewegungsprofil erstellt werden könnte, schaut der Täter-Schützer ohnehin weg, oder ist in den Ferien. Habe ich jetzt etwas Rassistisches gesagt oder die Wahrheit? Die SBB hätten diese Daten ohnehin nur 90 Tage aufbehalten wolle[...]

    • Gaby Salvisberg 01.03.2016, 18.25 Uhr

      Äh, PC-John Wie Du jetzt auf direktem Weg von "Verbrecher" zum vorauseilend unterstellten Rassismusvorwurf kommst, erschliesst sich mir nicht. Es sei denn, Du würdest damit implizieren, sämtliche im SBB-Netz reisenden Verbrecher seien sowieso Ausländer. Und wenn Du solches äussern würdest, wäre es tatsächlich vor Ausländerfeindlichkeit nur so strotzend. Aber das willst Du ja in diesem Forum hoffentlich nicht, gell? Bei sowas nicht wegschauend. Gruss Gaby

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