SBB setzen WLAN-Pläne für immer in den Sand

Die Schweizerischen Bundesbahnen hätten allen Pläne aufgegeben, ihre Züge mit WLAN-Technik auszurüsten. Die Konsumentenschützer zeigen sich wenig erfreut.

von Simon Gröflin 15.05.2018

Laut «Le Matin Dimanche» wollen die SBB auch in Zukunft auf WLAN-Technik in den Zügen verzichten. Das Management der SBB beruft sich auf Kundenbefragungen und zu hohe Kosten. Laut den Schweizerischen Bundesbahnen würden Kunden WLAN in den Zügen nur nutzen, wenn es kostenlos sei. Wi-Fi-Hotspots benötigen bidirektionale Verbindung zur Auswertungszentrale und zum mobilen Funknetz der Aussenwelt. Die Mehrinvestition würde den Konzern vor hohe Kosten stellen, wie ein Sprecher gegenüber der welschen Sonntagszeitung erklärt. Weil die Telkos einen solchen Service nicht gratis anböten, würden die Provider dadurch Kosten erheben, welche die SBB ablehnen oder dann über die Billette abwälzen müssten, heisst es. Die Rede ist von einem Betrag von mehreren Millionen Franken. Die SBB wollen stattdessen bis 2022 weiterhin in mobile Repeater investieren, um den Handy-Empfang in den Zügen zu verbessern.

Die Westschweizer Konsumentenorganisation FRC kritisierte den Entscheid der SBB. Indem man nur weiterhin Repeater für das normale Handy-Funknetz einbaue, gehe man davon aus, dass alle Reisenden mit einer Flatrate unterwegs seien. 

Tags: Schweiz, SBB

    Kommentare

    • knobli 15.05.2018, 21.08 Uhr

      Andreas Meyers Lohn halbieren, und die Sache ist bezahlt.

    • Marcel Waldvogel 16.05.2018, 13.12 Uhr

      …sind ja schon jetzt eine gute Einnahmequelle, weil die im Normalfall kein Halbtax oder Streckenabo haben. Und genau für die wäre WLAN wichtig, da viele keine CH-Datenflat haben.

    • Marcel Waldvogel 16.05.2018, 13.26 Uhr

      a) Was macht die Auswertungszentrale? b) Wieso braucht sie so viel Bandbreite?

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