So fotografieren Sie die Mondfinsternis

Heute Abend findet die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts statt. Mit diesen fünf Tricks gelingen Ihnen schöne Fotos und Erinnerungen.

von Claudia Maag 27.07.2018

In der Nacht von Freitag auf Samstag ist eine totale Mondfinsternis zu sehen. Es ist die längste des Jahrhunderts. Um 21:30 Uhr beginnt das Spektakel. Die maximale Verdunkelung soll kurz vor 22:30 Uhr sein. Genug Gründe also, Kamera und Zubehör einzupacken. Doch wie fotografiert man eine Mondfinsternis?

Gleich vorweg: Packen Sie das Smartphone weg, Sie werden vom Resultat enttäuscht sein.

1. Der perfekte Standort

Achten Sie darauf, dass Ihre Sicht nicht durch Hindernisse wie Häuser oder Bäume beeinträchtigt wird. Suchen Sie sich frühzeitig (1 Std. vor Beginn) eine Anhöhe wie in Zürich den Üetliberg. Die günstigsten Beobachtungsbedingungen sind jene mit Sicht nach Süden oder Südosten.

Dort angelangt können Sie zudem mit Photographer's Ephemeris den perfekten Standort sowie ein schönes Motiv für den Vordergrund suchen. Die App (iOS/Android) ist kostenpflichtig. Wer kein Geld dafür ausgeben will, wird über diesen Weblink fündig.

2. Stativ verwenden

Wichtig ist eine ruhige Kamera. Bei Belichtungszeiten über 1 Sekunde kann man die Kamera nicht mehr ruhig genug in den Händen halten. Als Richtlinie gilt der Kehrwert aus Brennweite und Belichtungszeit. Zum Beispiel kann man 200 mm noch mit 1/200 Sekunde aus der Hand halten, 50 mm noch mit 1/50 Sekunde und so weiter. 

Alternativ kann man die Kamera irgendwo auf einen stabilen Untergrund legen. Ich empfehle allerdings das Stativ, da man damit unter anderem flexibler ist.

3. Fernauslöser

Trotz Verwendung eines Stativs ist das Bild verwackelt? Die Hand an der Kamera führt zu Erschütterungen im Bild. Darum ist es sinnvoll, einen Fernauslöser zu verwenden. Ob via Kabel oder Infrarot: Sie vermeiden dadurch Verwacklungen. Für einige Kameras gibt es Apps fürs Smartphone, über die man auslösen kann.

Benutzen Sie den Timer. Für Ungeduldige wie mich reichen 2 Sekunden.

4. Geeignetes Objektiv

Zwar ist der Mond ein grosses Motiv, so gross aber auch wieder nicht. Zu empfehlen ist mindestens ein 200-Millimeter-Objektiv. Noch besser wäre natürlich eine Brennweite ab 300 Millimetern aufwärts. Also unbedingt das Teleobjektiv einpacken.

5. Lange Belichtungszeiten

Die Helligkeit des Mondes ändert sich bei einer totalen Mondfinsternis stark. Die Belichtungszeit muss im Laufe der Verfinsterung natürlich immer wieder angepasst werden. Um festzustellen, welche Belichtungszeit und ISO zu wählen sind, machen Sie am besten mehrere Probeaufnahmen.

Einen hellen Vollmond kann man mit Blende 8, 100 ISO und 1/350 Sekunden belichten. Der finstere Mond wird viel dunkler und muss länger belichtet werden. 

Eine mögliche Ausgangseinstellung: Blende 5,6, 800 ISO und 1/2 Sekunde Belichtungszeit.

Hinweis: Fotografieren im RAW-Format ist hier sicher sinnvoll. Das RAW-Format beinhaltet sämtliche Bildinformationen in unbearbeiteter Form, so wie sie vom Sensor der Kamera aufgezeichnet werden. Die Dateien lassen sich mithilfe gängiger Programme wie z.B. Photoshop oder Lightroom bearbeiten. 


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