Erklärstück: Was ist E-Sports?

Weltweit verdienen Menschen Millionen mit Computerspielen. Aber nicht etwa nur die Entwickler - auch gewisse Spieler. Dieses Phänomen nennt sich E-Sports. Was steckt dahinter?

von NMGZ , Tatjana Pürro 18.03.2016

Nahezu jeder in der Schweiz ist bereits auf die eine oder andere Art mit dem Thema «Computerspiele» in Kontakt gekommen. Ob man müssige Stunden in ausladenden Rollenspiel-Welten verbringt oder zur Ablenkung im Tram auf dem Handy spielt: Gaming ist, gerade für jüngere Generationen allgegenwärtig. Doch der Unterschied zwischen Schülern, die sich gelegentlich bei einer Runde League of Legends entspannen und den berühmten Teams, die Millionen für ein gewonnenes Turnier kassieren, ist gewaltig. Wer professioneller Gamer werden will muss stundenlang trainieren. Durch blosses Drauflosspielen gewinnt man keine Millionen. Wer oben mitmischen will spielt nach ausgeklügelten Strategien, wobei die Teams wie Uhrwerk funktionieren müssen. 

Die Antwort auf die Frage «Wann wird aus Gaming E-Sport?» scheint zuerst nicht offensichtlich, lässt sich aber leicht beantworten, wenn man sich ansieht was E-Sport denn ist. Einfach gesagt: Virtuelle Wettkämpfe, die in verschiedenen Games ausgetragen werden können. Ob Ego Shooter, Kartenspiel oder strategische Teamkämpfe, eins bleibt gleich: Damit ein Game E-Sport tauglich ist, sollte es kompetitiv sein. Wie beim «offline Sport» geht es auch beim E-Sport um Leistung, darum sich mit anderen zu messen. Bloss dass statt Muskelkraft in erster Linie anderes gefragt ist. Zentral sind vor allem mentale und soziale Leistungen: eine lange Konzentrationsspanne und Stressresistenz, schnelle Auffassungsgabe und hohe Reaktionsgeschwindigkeit, nicht zu vergessen strategisches Denken, viel Teamplay und Kommunikationsgeschick. Und das ist erst ein Bruchteil der benötigten Fähigkeiten. 

Die Mercedes-Benz Arena in Shanghai, China. Dort finden momentan die Dota 2 Majors statt Die Mercedes-Benz Arena in Shanghai, China. Dort finden momentan die Dota 2 Majors statt Zoom Den klischeehaften Kellerhocker, der nie mit anderen Menschen redet, wird man unter den erfolgreichen E-Sportlern wohl eher wenig finden. Während Teamspielen müssen sich Mitglieder unbedingt absprechen können. An den grossen Turnieren müssen sogar zwingend alle Spieler am selben Ort versammelt sein, damit faire Bedingungen geschaffen werden können. Gaming Konzerne lassen also ihre Spieler für Turniere einfliegen und stellen ihnen Ausrüstung zur Verfügung. Durch diese Gegebeheiten wird der eigentliche online Wettkampf zu einem realen offline Erlebnis. Einem unglaublich spektakulären. Wer einmal ein volles Fussballstadion gesehen hat in dem Fans den Gamer Stars auf der Tribüne zujubeln, wer einmal in der flimmernd blauen Anderswelt einer grossen Lan-Party war, der wird ganz leicht verstehen, wieso es E-Sport heisst. Sport bewegt die Massen. Egal ob online oder offline. 


    Kommentare

    Keine Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.