Smartphone als VR-Brille benutzen

Konkurrenz zu Oculus Rift im Anmarsch. Das Unternehmen Durovis möchte mit «Dive» jedes Android-Smartphone zu einer VR-Brille umgestalten. Kostenpunkt: nur 50 Euro.

von Simon Gröflin 26.08.2013
Stefan Welker stellt seine Dive-Brille vor Stefan Welker stellt seine Dive-Brille vor Zoom Das Unternehmen Durovis hat mit Dive eine kabellose Virtual-Reality-Brille entwickelt – samt Headtracking-Funktion. Nahezu jedes Android-Smartphone könne dazu verwendet werden, um in die immersive 3D-Umgebung einzutauchen. Ein Vorteil schon vorweg: Die Brille funktioniert komplett kabellos. Das Gestell ähnelt zwar ein bisschen einer Skibrille. Das hat seinen Grund: Eingebaut wurden zwei justierbare Lupenlinsen zur Vergrösserung.

Eine vom Programmierer selbst programmiertes Android-Anwendung liest die Sensordaten vom Handy (wie Gyroskop, Magnetometer und Beschleunigungssensor) aus. Ist die Brille aufgesetzt, werden zwei Bilder im Side-by-Side-Verfahren ausgegeben. Dank Gyrosensor vom Handy kann per Kopfbewegungen gesteuert werden. Optional ist Steuerung auch mit einem zweiten Handy oder per Bluetooth-Controller möglich. iPhone-User müssen sich noch ein wenig gedulden. Geplant sei aber sogar für das iPhone eine entsprechende App. Die Smartphones sollten eine Displaydiagonale von vier bis fünf Zoll aufweisen. Die Brille lässt sich im Gegensatz zu Oculus Rift sogar auf eigenes Geschick zusammenbasteln. Dafür braucht es einen 3D-Drucker – nebst handwerklichem Geschick und Geduld. Die Linsen können über die Website des Bonner Informatikers, Stefan Welker, bestellt werden.

Gute News für Kurz- und Weitsichtige: Die Linsen können so aufgesetzt werden, dass selbst kurz- oder weitsichtige Spieler scharfe Gameszenarien sehen.

Der eifrige Hobbycoder hat zwei Android-Programmpakete auf seiner Webseite veröffentlicht. Gezockt werden kann damit bis jetzt eine Open-Source-Version des Shooter-Klassikers Quake 2. Das eine Paket frage heise.de zufolge vor allem die Sensordaten des Smartphones ab, während es sich beim zweiten Paket um ein modifiziertes Quake 2 mit den ersten Original-Shareware-Leveln handelt. 

Eine kommerzielle Version der Brille sei laut Welker ab August unter dem Namen «Durovis Dive» vorgesehen. Bis jetzt funktioniere die Dive-Brille mit Nexus 4, Nexus 7 und Galaxy S3. Es fragt sich nur noch, wie gut einzelne Spiele auf jeweiligen Geräten laufen werden. Angeblich spiele sich Quake 2 auf einem Galaxy Nexus sehr geschmeidig mit 60 Frames pro Sekunde. Potenzial zu ausreichend Rechenpower für ältere Game-Perlen ist mit Sicherheit auf modernen Smartphones zur Genüge vorhanden, wie einzelne Videos zeigen. Das günstige Opensource-Projekt dürfte wohl viele Hobbycoder dazu animieren, in Kürze an weiteren Spieleklassiker-Umsetzungen zu basteln.


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