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Arbeitsbedingungen bei der PC-Herstellung

Hilfswerke machen auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen bei Hardwarelieferanten aufmerksam und versuchen, auf Computerhersteller Druck auszuüben. Heute zogen sie Bilanz.

blue_quad von David Lee (29.03.2007)

Dass Hardwarebestandteile in asiatischen Billiglohnländern hergestellt werden, wo miese Arbeitsbedingungen herrschen, ist nichts Neues. In letzter Zeit erhielt das Thema jedoch eine nie dagewesene Aufmerksamkeit in den Medien. Auslöser hierzulande sind die Hilfswerke Fastenopfer [1] und Brot für alle [2]. Ende Februar lancierten sie eine Kampagne für fair hergestellte Computer. Darin verweisen sie auf eine Studie einer holländischen Non-Profit-Organisation namens SOMO. Diese Organisation hatte bereits im Februar 2006 ganz ähnliche Ergebnisse einer Studie publiziert [3]. Sie kommt zum Schluss, dass 72-Stunden-Wochen üblich sind und die Löhne so tief, dass sie kaum für das Lebensnotwendige reichen. Ausserdem seien die Angestellten giftigen Substanzen ausgesetzt. Versuche der Angestellten, sich in Gewerkschaften zur organisieren, würden im Keim erstickt. Laut der ausführlichen Broschüre von Fastenopfer und Brot für alle [4] werden vor allem 18- bis 24-jährige Frauen eingestellt, wobei diese keinen Arbeitsvertrag hätten und dadurch rechtlich ungeschützt sind.

Heute haben die Hilfswerke in einer Medienkonferenz Bilanz gezogen. Die Hersteller hätten sehr unterschiedlich auf die Veröffentlichung der Studie reagiert. Hewlett Packard, Dell und Apple hätten die Missstände bei Zulieferfirmen zum Teil bestätigt, Kontrollen in Aussicht gestellt und versprochen, die Einführung von Sozialnormen voranzutreiben. Ihre Ethikverantwortlichen haben mit Brot für alle, Fastenopfer und den Partnerorganisationen in Hongkong direkt Kontakt aufgenommen. Trotzdem bestehe auch bei diesen Firmen nach wie vor ein Defizit in der Umsetzung ihrer sozialen Normen. Andere Hersteller wurden von den Hilfwerken noch härter kritisiert: ihnen werfen sie vor, die Probleme totzuschweigen oder zu beschönigen. Fujitsu Siemens will nichts von Verstössen gegen Arbeitsnormen wissen. Das Unternehmen Acer, das in der Studie am schlechtesten wegkam, bezieht überhaupt keine Stellung.



  


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