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MySpace für Tote & WWW-Gräbersuche

Der Trend, auch Verstorbene nicht mit dem Internet zu verschonen, zeichnet sich langsam aber sicher ab. England und die USA übernehmen wie so oft die Vorreiterrolle.

blue_quad von Sandra Adlesgruber (02.04.2008)

Bildergalerie Zum Starten auf das Bild klicken Bis in alle Ewigkeit Sie haben keine Zeit, um der Totenwache, dem Gebet oder gar der Beerdigung Ihres lieben Verwandten beizuwohnen? Diesem Stress sind die Bewohner der englischen Stadt Southampton ab heute nicht mehr ausgesetzt. Sie müssen wegen einer Beisetzung keine Löcher in ihre geplagten Terminkalender reissen, denn ab heute gibt es den «Online-begräbnisdienst». Auf Wunsch können sie der Zeremonie in Form eines Live-Streams beiwohnen - gegen Bezahlung versteht sich. Wer erst abends Zeit für Trauerarbeit hat, der bestellt die DVD. Sie hält das Geschehen für die Nachwelt oder eben für Gestresste fest. «Pay per view funerals» nennt sich der neue Onlinedienst, den viele als makaber und pietätlos bezeichnen. Dabei wollte man nur einen besseren Service bieten. Kostenpunkt: 75 Pfund (150 Franken).

MySpace für Tote
Das Internet schenkt auch ewiges Leben. Verwandte können ihren Verstorbenen mit nur wenigen Klicks zu ewiger Onlinepräsenz verhelfen. «Respectance» nennt sich das MySpace für Tote, wobei Profile für Verstorbene angelegt werden können. Auch auf dem virtuellen Friedhof sind, ähnlich wie bei Facebook und Co., Textbeiträge, Fotos und Videos willkommen. Neu angelegte Profile werden prominent auf der Startseite publiziert. Eine ähnliche Seite für Deutschsprachige findet sich übrigens unter ewigesleben.de. Im Nachbarland wird dieses Angebot von Psychologen begrüsst. Es helfe dabei, die Geschehnisse besser zu verarbeiten. Die Dienste auf «Ewigesleben» sind kostenpflichtig. Man kann zwischen preiswerter und exklusiver Verewigung wählen.

Gräbersuche im WWW
Neben normalen Suchmaschinen gibt es auch eine Gräbersuchmaschine. Mit dieser New Yorker Erfindung erfahren Sie, wo sich die letzte Ruhestätte berühmter Persönlichkeiten befindet. Zudem lassen sich sämtliche Daten des Verstorbenen ausfindig machen. Eine Einteilung in Rubriken wie «Kriminelle», «Massenmörder» und ihre «Opfer» wirkt besonders makaber. Ein Forum gibts bei «Find a Cave» auch.



  


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