Drohung auf Facebook kommt jungen Zürcher teuer zu stehen

Ein junger Mann aus Zürich wurde wegen eines verhängnisvollen Facebook-Eintrags verurteilt und muss jetzt fast 14'000 Franken zahlen. Schlagzeilen macht Facebook derzeit auch wegen eines Sexvideos.

von Hannes Weber 05.12.2012

Ein 22-jähriger ehemaliger Gymnasiast aus Zürich ist wegen eines Eintrags auf Facebook verurteilt worden, in dem er seine Freunde bedrohte. Der junge Mann war frustriert, weil ihm niemand zu seinem 22. Geburtstag gratulierte. Dies liess er seine Facebook-Freunde mit Drohungen wie «ich zahls eu allne zrug!!!» oder «jetzt chan eu niemert me schütze … pow!!!! pow!!!! pow!!!!» spüren.

Kleine Strafe, teure Verfahrenskosten

Facebook: Worte sollten mit Bedacht gewählt werden Facebook: Worte sollten mit Bedacht gewählt werden Zoom Ein Status-Update mit Folgen: 24 Stunden später klingelte die Polizei beim Verurteilten, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Er musste drei Wochen in Untersuchungshaft verbringen und sich einem psychologischen Gutachten unterziehen. Am Dienstag wurde der 22-Jährige vom Bezirksgericht verurteilt – wegen «Schreckung der Bevölkerung». Die Strafe selbst beläuft sich auf 45 Tagessätze zu 10 Franken, wovon der Verurteilte wegen der Untersuchungshaft nur rund die Hälfte bezahlen muss. Allerdings muss er die Verfahrenskosten tragen – mehr als 13'600 Franken. Bitter: Zum Verfahren kam es überhaupt nur, weil er die ursprünglich per Strafbefehl auferlegte Geldstrafe nicht akzeptierte.

Der Weiterzug des Urteils würde ihn zwar reizen, liess der Anwalt des Verurteilten gestern gegenüber TeleZüri verlauten, er sei aber «kein Pestalozzi». Mit anderen Worten: Der Verurteilte, momentan arbeitslos, kann sich einen Weiterzug nicht leisten.

Facebook-Sexvideo sorgt für rote Köpfe

Negative Schlagzeilen macht Facebook aktuell auch in einem anderen Fall. Laut 20 Minuten ist im sozialen Netzwerk ein Sexvideo einer jungen Schweizerin aufgetaucht – hochgeladen angeblich von deren Ex-Freund. Das Video soll in den letzten Tagen auf diversen Schweizer Pausenplätzen die Runde gemacht haben und sich via Facebook und andere Webseiten rasend schnell verbreitet haben. Gemäss 20 Minuten wurde es alleine auf einer nicht näher genannten Plattform über 15'000 Mal angeschaut. Mittlerweile soll die Facebook-Seite, auf der das Video ursprünglich hochgeladen wurde, gelöscht worden sein.

Tags: Facebook

    Kommentare

    • dzs 05.12.2012, 15.50 Uhr

      Primitiv und unreif, was sich dieser "Maturand" geleistet hat. Aber die Folgen scheinen mir doch merkwürdig unproportional. Unlängst habe ich von einem Ausspruch des Ökonomen und Professors an der Technischen Universität Dortmund Walter Krämer gelesen,. Über einen „Spiegel“-Journalisten, der einen kritischen Artikel über Hans-Werner-Sinn geschrieben hatte, sagte Krämer: „Diesen Redakteur könnte ich erwürgen und an die Wand klatschen.“ Für den Herrn Professor hatte das ausser ein entrüstetes R[...]

    • schmidicom 05.12.2012, 16.10 Uhr

      Dies liess er seine Facebook-Freunde mit Drohungen wie «ich zahls eu allne zrug!!!» oder «jetzt chan eu niemert me schütze … pow!!!! pow!!!! pow!!!!» spüren. Dazu hier gleich mal die passende stelle aus einem Youtube Video: Cabaret Rotstift - Die Zähtuusigscht Das allerdings unsere eigenen Behörden aus so einem Blödsinn ein solches Drama machen ist nicht mehr zum lachen. War denen gerade langweilig oder was sollte das werden?

    • mrmikke 10.12.2012, 19.33 Uhr

      Meines Erachtens völlig lächerlich und überzogen! Ich sehe in diesem Text nicht einmal eine richtig ernstzunehmende Drohung! "Pow Pow Pow" könnte natürlich den "Ton" von abgefeuerten Patronen darstellen, aber bitte... Da sollte man eher den verantwortlichen Behörden ein psychologisches Gutachten aufdrücken. :/

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