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Virtuelle Währung Bitcoin: Das müssen Sie wissen

Was sind Bitcoins? Wie werden sie eingesetzt? Wie kann ich Bitcoins erwerben? PCtipp beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Thema Bitcoins.

von Florian Bodoky 16.05.2017

Aktuell geht das Thema Ransomware durch alle Medien. Dies «dank» der WannaCry-Attacke, die in 150 Ländern über 200'000 Rechner befiel. Die Cyberkriminellen verschlüsselten die Daten ihrer Opfer und forderten 300 US-Dollar für die Wiederherstellung ebenjener. Dieses Lösegeld forderten sie in Form von Bitcoins. Diese virtuelle Währung ist in der Schweiz noch nicht so bekannt und hat, gerade wegen solcher Vorkommnisse, auch eher einen zweifelhaften Ruf. Aber auch seriöse Unternehmen setzen zum Teil bereits auf Bitcoins. Wir haben die wichtigsten Fragen für Sie geklärt.

Was ist ein Bitcoin?

Unter Bitcoin versteht man ein weltweites, dezentrales sowie digitales Zahlungssystem. Bitcoin ist auch der Name der digitalen Währung. Im Unterschied zu herkömmlichen Währungen und Zahlungssystemen, werden Bitcoin-Zahlungen mittels dezentraler Peer-to-Peer-Netzwerke getätigt, die ohne zentrale Abwicklungsstelle (Bank) funktionieren.

Woher stammen Bitcoins?

Das ist bisher umstritten. Der Bitcoin-Gründer versteckt sich hinter dem Alias Satoshi Nakamoto. Der Australier Craig Wright behauptete in Gesprächen mit dem britischen TV-Sender BBC, eben jener Nakamoto zu sein. Als Beweis soll er angeblich einen kryptografischen Schlüssel vorgelegt haben, der aus der Entwicklungszeit der Bitcoins stammt. Als gesichert gilt diese Behauptung jedoch nicht. 

Wie funktionieren Bitcoins?

Im Hintergrund des Systems arbeitet ein Buchungssystem namens Blockchain. Dieses speichert jede Transaktion, die über das Bitcoin-Netzwerk getätigt wurde. So wird es jedem Computer ermöglicht, die Gültigkeit einer Transaktion zu prüfen. Transaktionen sind durch eine digitale Signatur und die Adresse der Absender gesichert. 

Sind Bitcoins in der Schweiz legal?

Ja. Nach dem 2014 ergangenen Entscheid des Schweizer Bundesrats sind Bitcoins legal und erfordern keine speziellen legislativen Massnahmen, wie dies von einzelnen Parlamentsmitgliedern 2013 gefordert worden war. 2016 hat die Stadt Zug Bitcoins probeweise als Zahlungsmöglichkeit für Stadtgebühren zugelassen.  

Wie und wo erhält man Bitcoins?

Es gibt in der Schweiz eine Reihe virtueller Bitcoin-Wechselstuben, in denen man Bitcoins erwerben kann. Bezahlen lassen sich diese via Kreditkarte, PayPal und mit anderen Zahlungsmethoden. Die anfallenden Gebühren sind dabei unterschiedlich. Auf dieser Website sind die entsprechenden Stellen aufgelistet. Eine populäre und günstige Variante zum Bitcoin-Erwerb sind die Billettautomaten der SBB. Dort lassen sich nicht nur Bitcoins beziehen, sondern man kann auch mit Bitcoins bezahlen.

Wie funktioniert das Bezahlen mit Bitcoins?

Sehr einfach – nach dem Herunterladen einer Wallet-Anwendung (PC oder Smartphone), gibt man die Empfängeradresse und den Betrag in Bitcoins ein und tippt auf Senden. Wenn der Empfänger bekannt ist, kann sogar ein von der App generierter QR-Code eingescannt werden, sodass das Eintippen von Empfängerdaten entfällt. Auch wenn zwei Smartphones mittels NFC-Technologie verbunden werden, kann eine Bitcoin-Überweisung erfolgen. 

Was sind Vor- und Nachteile von Bitcoins?

Vorteile

  • Man kann von überall und zu jeder Zeit ohne Verzögerungen Geld überweisen – in Echtzeit, ohne Bearbeitungsdauer.
  • Niedrige Gebühren: Meist sind Bitcoin-Zahlungen nicht mit zusätzlichen Gebühren verbunden – oder nur mit extrem geringen, da die Überweisung keiner Drittpartei (Bank, Post) bedarf.
  • Käuferschutz: Bei Bitcoin-Überweisungen werden keine empfindlichen oder persönlichen Daten des Käufers mitgesendet. So wird Identitätsdiebstählen vorgebeugt.
  • Keine zentrale Stelle hat die Kontrolle über Bitcoin.

Nachteile

  • Geringe Akzeptanz: Bitcoin ist noch weitgehend unbekannt. Entsprechend wenige Unternehmer akzeptieren Bitcoin daher als Zahlungsmethode oder Währung.
  • Volatilität: Aufgrund der geringen Anzahl Geschäfte, die Bitcoin verwenden, können bereits kleine Ereignisse grosse Auswirkung auf den Wert von Bitcoins haben. So hat Bitcoin Anfang Januar von einem Tag auf den anderen 20 Prozent an Wert verloren. 

  So hat sich Bitcoin entwickelt So hat sich Bitcoin entwickelt Zoom© bitcoincharts.com

Sind Bitcoins anonym?

Nein. Bitcoin schützt die Privatsphäre aller beteiligten Parteien im Transaktionsprozess. Gänzlich anonym überweisen oder empfangen lassen sich Bitcoins aber nicht.

Tags: Bitcoin

    Kommentare

    • zplan 16.05.2017, 13.43 Uhr

      Was ich jetzt nicht verstehe: Wenn Bitcoin-Zahlungen nicht anonym sind, warum kann man jetzt nicht herausfinden, an wen die WannaCry-Zahlungen gehen?

    • dr.phibes 16.05.2017, 16.41 Uhr

      Was ich jetzt nicht verstehe: Wenn Bitcoin-Zahlungen nicht anonym sind, warum kann man jetzt nicht herausfinden, an wen die WannaCry-Zahlungen gehen? Man weiss die Bitcoin Adresse, aber nicht wem sie gehört. Theoretisch lassen sich dann diese Adressen zwar überwachen, aber mit sogenanntem "mixing", d.h. die Beträge werden aufgeteilt und an weitere Bitcoin Adressen versendet, wird das ganze verstreut und aufgeteilt. Da man ja unzählige Bitcoin Adressen besitzen kann und auch schnell eine neue [...]

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