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Werbeanrufe: Was tun Telkos, was die Behörden?

Aktuell ist wieder Krankenkassen-Wechsel-Callcenter-Saison. Die Swisscom führt einen Filter ein. Wo bleiben Konkurrenten und Behörden?

von Florian Bodoky 04.10.2017

Gerade gestern Abend hat es angefangen – ich erhielt den ersten «Grüezi, wo sind Sie denn krankenversichert»-Anruf. Nachdem ich aufgelegt habe, fragte ich mich, wieso sich das für die Callcenter lohnt und ob überhaupt jemals schon jemand seine Krankenkasse am Telefon gewechselt hat. Offenbar ja. Mich nervts nur, die meisten unserer Leser offenbar auch. 

Keine Werbeanrufe mehr – eine himmlische Vorstellung! Die Swisscom geht mit gutem Beispiel voran und kündigte vor zwei Wochen einen Filter an, der fortan auch Smartphone-Besitzer vor derartigen Anrufen schützen soll. Das gefällt und lässt hoffen. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass sich nur die wenigsten Callcenter an Sterneinträge halten.

Fast 46'000 Beschwerden hat das SECO innert drei Jahren entgegengenommen. Warum auch aufhören, werden sich gerade Callcenter aus dem Ausland fragen, im Wissen, dass die rechtlichen Konsequenzen ausbleiben werden. Zu schwierig gestaltet sich die Suche nach den Verantwortlichen, zu gross ist der Aufwand eines Rechtshilfegesuchs. Aus diesem Grund helfen nur technische Massnahmen, wie sie die Swisscom nun einleitet. Hoffen wir, dass die anderen Provider bald und mit effizienten Lösungen im Mobilbereich nachziehen – bis jetzt sind solche noch wenig konkret.

Allerdings, es gibt ein Silberstreif am Horizont: Der Bundesrat hat im Rahmen der Fernmeldegesetz-Revision eine solche Lösung verlangt, daher wird es nur noch eine Frage der Zeit sein – 2017 wird aber nochmal ein Festschmaus für unerwünschte Anrufer.

Tags: Swisscom

    Kommentare

    • Hilarius 04.10.2017, 16.45 Uhr

      SPIT - Spucke oder «Spam over Internet Telephony»: https://de.wikipedia.org/wiki/Spam_over_Internet_Telephony Diese Werbeanrufe sind wirklich zum K.., aber solange damit ganz Viele sehr viel verdienen, inkl. Parlamentarier (!), ist diesem Krebsgeschwür nur schlecht beizukommen. Zum Glück habe ich eine FritzBox, wo ich meine rund 80% (!) Werbeanrufe ins Nirwana leiten kann. Mein nächstes Projekt: Umleitung auf einen virtuellen Fax (Düdü-düdüdüdü), dann ist meine Nummer nicht mehr inte[...]

    • edger 04.10.2017, 19.51 Uhr

      Den Nächsten der mir eine Krankenkasse andrehen will, werde ich so richtig hinhalten. Ich werde ihn alles fragen was mir in den Sinn kommt und dann eine Offerte mit halbprivatem Spitalzusatz verlangen. Da ich schon 68 bin wird da keine einzige Versicherung mitmachen. Ähnliches habe ich mal mit einer deutschen Lotterie gemacht. Da hab ich die Dame erst darauf aufmerksam gemacht, dass ich doch erst vor wenigen Tagen angerufen worden sei. Das könne nicht sein, Nord-, Süd, xy-Deutsche Klassenlott[...]

    • HansLi 06.10.2017, 22.21 Uhr

      ich erzähle, dass ich Rentner bin und das von meinen Kindern erledigen lasse. Nicht vergessen: ganz langsam sprechen, die hängen auf bevor ich alles fertig vorgetragen habe.

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