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PC-Kauf: Was ändert sich durch Intels Verzicht auf Gigahertz-Angabe?

Wer künftig einen PC mit Intel-Prozessor erwirbt, wird im Prozessornamen nicht mehr auf die vertraute Taktfrequenz treffen. Der Chip-Hersteller führt ein neues Bezeichnungssystem ein. Der PCtipp erklärt, wie dieses zu verstehen ist.

blue_quad von Sascha Zäch (04.05.2004)

Seit Anfang April ist offiziell bekannt, dass Intel künftig im Prozessornamen keine Taktfrequenz mehr angeben wird. Erste Vertreter der neuen Namensgeneration werden die Notebook-Prozessoren der "Dothan"-Reihe sein. Sie sollen am 10. Mai auf den Markt kommen [1]. Die Umstellung im Desktop-Bereich wird hingegen erst im Juni stattfinden.

Die Umgewöhnung für den Anwender ist nicht zu unterschätzen. An die Stelle der bisherigen Gigahertz-Zahl im Prozessornamen tritt eine dreistellige Nummer, welche die Gesamtleistung widerspiegeln soll. PC-Hersteller werden ihre Geräte also künftig nicht mehr mit einem "Intel Pentium 4 3.0 GHz" anpreisen können. Intel begründet den Wechsel damit, dass sich ein Prozessor mit der Taktfrequenz allein nur unzureichend beschreiben lasse. Das neue System soll dem Benutzer die Kaufentscheidung erleichtern, da es mehrere wichtige Merkmale berücksichtigt. Für den Kauf eines Notebooks haben etwa auch Features wie Akkulaufzeit oder WLAN-Funktionalität Bedeutung. Diese Begründung mag ein wenig ironisch klingen. Propagierte doch der Chip-Hersteller im Gegensatz zum Konkurrenten AMD während Jahren die Taktfrequenz als alleinigen Gradmesser für die Leistung einer CPU.

Die neue Intelsche Prozessorbezeichnung setzt sich aus den zwei Segmenten "Prozessorfamilie" und "Prozessornummer" zusammen. Am ersten Teil des Namens ändert sich also nichts: Ein Intel Celeron M wird auch in Zukunft so heissen. Neu ist hingegen die dreistellige Prozessornummer. Sie kommt durch die vier Features Architektur, Cache [2], Taktfrequenz und Front-Side-Bus [3] zustande. Intel behält sich aber vor, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Technologien zu berücksichtigen.

Bislang hat Intel die drei Nummernblöcke 3xx, 5xx und 7xx für seine Prozessoren vorgesehen. Im Desktop-Bereich stehen 5xx-Nummern für Pentium-4-CPUs und 3xx-Nummern für die günstigeren Celeron-D-Chips. Ähnlich verhält es sich bei den Notebook-Modellen: Mit 3xx werden Vertreter der Celeron-M-Reihe und mit 5xx die Pentium-4-Chips für Notebooks bezeichnet. Zusätzlich existieren noch diverse Pentium-M-Serien. Sie tragen die Ziffernfolge 7xx und sind Teil der Notebook-Technologie Centrino, die auch WLAN-Funktionalität umfasst. Die einzelnen Prozessoren einer Familie werden wiederum durch Nummern wie 755, 745, 735 etc. voneinander unterschieden.

Soweit ist die neue Namensgebung noch gut nachvollziehbar. Verwirrender wird es aber, wenn einzelne Prozessoren innerhalb einer Serie verglichen werden sollen. So ist eine höhere Zahl laut Intel nicht gleichbedeutend mit einer besseren Leistung. Sie kann beispielsweise auf mehr Prozessormerkmale (z.B. zusätzliche WLAN-Fähigkeit), eine andere Architektur oder höhere Werte bei einem bestimmten Merkmal (z.B. Cache) hinweisen. Auch die vorderste Ziffer meine nicht, dass ein 7xx-Prozessor leistungsstärker als ein 5xx sei. Wie Intel-Pressesprecher Christian Anderka erklärt, können Anwender aber davon ausgehen, dass eine höhere Zahl innerhalb einer Familie einen - aus der Sicht von Intel - besseren Prozessor bedeutet.

Ob Intel mit dem neuen System wirklich mehr Klarheit für den Anwender schafft, ist fraglich. Bislang musste sich ein Laie beim PC-Kauf nicht mit Technologiemerkmalen wie Prozessorarchitektur, Front-Side-Bus oder Cache auseinandersetzen. Für ihn hiess eine höhere Taktfrequenz mehr Leistung. Das neue Modell fordert vom Benutzer hingegen tiefgreifendere Kenntnisse über Prozessortechnologien von denen er vielleicht noch nie etwas gehört hat. Ausserdem ist auch für Profis nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Merkmale beim Desktop-Prozessor 535 denn eigentlich besser sind als beispielsweise beim Modell 510 [4]. Sie müssen die Spezifikationen jeweils auf der Intel-Website nachschauen, falls sie nicht vom Händler direkt angegeben werden.



  


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