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Kleiner, besser, schneller: Intel stellt Nachfolger zu Ultra Mobile PCs vor

Intel definiert die Mini-PCs neu, und will damit im Handy-Markt mitmischen. Ausgestattet sind die neuen MIDs (Mobile Internet Device) mit einem vollwertigen Betriebssystem (Windows Vista oder Linux). Der PCtipp liefert alle wichtigen Details inklusive eines ersten Benchmarks.

blue_quad von Daniel Bader (18.04.2007)

Am zweiten Tag des IDFs (Intel Developer Forum [1]) in Peking, China, hat Intel Vice President und Chef der Ultra-Mobile-PC-Sparte (kurz UMPC) Anand Chandrasekher (siehe Bild unten) in seiner Keynote, die Nachfolge-Generation dieser "UMPCs" (Codename McCaslin) vorgestellt. Herz der ultra-portablen Mini-PCs mit vollwertigen Betriebssystemen wie Windows Vista oder Linux, sind die Prozessoren A100 (800 MHz) oder A110 (900 MHz). Der Kern der CPUs basiert auf ein abgespecktes Pentium-M-Design mit einer Second-Level-Grösse (L2) von 512 KB, und der Möglichkeit Frequenz und Versorgungsspannung der tatsächlich benötigten Auslastung im Betrieb anzupassen. Im Stromsparmodus taktet der A100 noch mit 666 MHz, der A110 läuft mit 800 MHz.

Die Bedienung der Geräte geht über einen Stift oder direkt per Finger, da es sich um einen berührungs-empfindlichen Bildschirm handelt. Neben dem grösseren von Samsung erst kürzlich zur CeBIT vorgestellten UMPC mit Namen Q1 Ultra, finden sich Geräte, die noch kleiner sind und über eine Art ausklappbare Tastatur verfügen. Passt das Gerät in die Hemdentasche und verfügt über einen McCaslin-Prozessor heisst der Mini-PC "MID"(Mobile Internet Device, siehe Bild unten). Als Hersteller solcher MIDs werden für den Schweizer Markt Asus, Fujitsu und Samsung genannt.

In einem ersten Live-Benchmark enttäuschte ein solcher MID allerdings. Der PCtipp konnte den Leistungsindex eines solchen ultra-mobilen Mini-PCs per Windows Vista mit einem Wert von 1,7 ermitteln. Der MID war allerdings nur mit 512 MB Arbeitsspeicher ausgestattet. Die Spezifikationen von Intel sehen eine maximale Grösse von 1 GB vor - mit insgesamt vier DDR2—Steckplätzen für den Arbeitsspeicher.

Ab 2008 noch kleiner

Der grosse Durchbruch könnte für Intel die nächste Generation der MIDs (Codenamen Menlow) erfolgen, die für Anfang 2008 geplant ist. CPUs, die in Menlow eingesetzt werden, sind im 45-Nanometer-Herstellungsprozess angefertigt, und mit Intels Interim-Namen "Silverthorne" bezeichnet. Gegenüber McCaslin spricht der Halbleiterhersteller von einer Verdoppelung der Akkulaufzeit. Genauso spannend ist auch die weitergehende Miniaturisierung der Gehäuse, die erst durch die kleineren Prozessoren-Bauform (Gehäuse-Grösse der CPUs etwa 30 Prozent kleiner gegenüber McCaslin) möglich gemacht wird. Das untere Bild verdeutlicht den Zusammenhang (v.l.n.r.): Die UMPC-Plattform in 2006, McCaslin (2007), und der Chipsatz der Menlow-Plattform (2008). Die Leistungsaufnahme von Menlow soll nur noch bei etwa 4 bis 6 Watt liegen, im Standby-Betrieb sogar auf 2 Watt sinken.

Intel will den Handy-Markt aufmischen

McCaslin basierende Mini-PCs sind nur der Anfang. Mit den Mobile Internet Devices, die auf der Menlow-Architektur aufsetzen, könnte Intel aber der grosse Wurf gelingen, in immer kleineren Gehäusen, einen vollwertigen PC inklusive Betriebssystem anbieten zu können. Wohin der Chipgigant schielt, dürfte klar sein: Intel will im lukrativen Handy-Markt kräftig mitmischen. Die Kundschaft ist dort schätzungsweise rund 1 bis 2 Milliarden Menschen gross, ein für Intel riesiger Markt, um sein Chips zu verkaufen. Vor allem die junge Zielgruppe will Intel mit solchen Mini-PCs erreichen: Die wünscht sich ein multifunktionales, schickes und extrem mobiles Gerät für die Hosentasche - und spätestens ab 2008 könnten MIDs dank der Menlow-Plattform so klein wie ein Handy sein.



  


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