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Kanadier erhält Roboterauge

Der Kanadier Rob Spence hat als Kind sein rechtes Auge bei einem Unfall verloren. Jetzt will er einen Film aus der ganz persönlichen Ich-Perspektive drehen und sich dazu eine Minikamera in seine Augenhöhle einsetzen lassen.

blue_quad von IDG . (16.04.2009)

vergrößen Spence wurde von fiktiven Figuren wie dem Sechs-Millionen-Dollar-Mann aber auch von Handy-Minikameras inspiriert. Für die Realisierung ist viel Hightech notwendig. «Wir haben den Kamerasensor auf eine kleine Platine gesetzt. Gemeinsam mit einer Batterie und dem Transmitter wird sie in ein Gehäuse integriert, das nicht grösser ist als ein künstliches Auge», erläutert der für die technische Umsetzung zuständige Kosta Grammatis. Ein Receiver empfängt die Videosignale, womit diese aufgezeichnet werden können. Die notwendige Ausrüstung haben die Techniker schon fertiggestellt. Die einzelnen Komponenten funktionieren bereits, sagt Grammatis. Nun sei man damit beschäftigt, das Gesamtsystem zusammenzusetzen.

Problematisch ist vor allem die Gehäusegrösse, die nicht grösser als das Kunstauge sein darf und exakt in Spences Augenhöhle passen muss. Neben Kamera, Linse, Platine, den Übertragungskomponenten wird darin auch die Energieversorgung untergebracht. Diese stellt die Techniker noch vor Herausforderungen. Ausserdem muss das Kameraauge wasserdicht sein, damit die Komponenten im Inneren vor der Tränenflüssigkeit geschützt werden.

vergrößen Elektronische Komponenten eingepflanzt
Vergangene Woche gelang es dem Team erstmals, funktionierende elektronische Komponenten in die Augenhöhle des Filmemachers einzusetzen. Anstatt einer Kamera wurde allerdings ein rotes LED-Licht eingepflanzt. Sollte es gelingen, das Licht gemeinsam mit der Kamera ins Augengehäuse zu bringen, könnte es bei Nachtaufnahmen zur Beleuchtung dienen. «Wir haben nun bewiesen, dass es im Prinzip möglich ist, Elektronik in einem Kunstauge zu platzieren», so Grammatis. Für die Filmkamera seien nun verschiedene Testmodelle in Vorbereitung.

Der 36-jährige Spence will mit seinem Film vor allem einen künstlerischen Aspekt abdecken. «Ich möchte einen Film machen, der Überwachung und Privatsphäre zum Thema hat», erklärte Spence gegenüber ABC News. Die Menschen seien immer öfter von Kameras und Überwachungsausrüstungen umgeben, die ihr Alltagsleben permanent aufzeichnen. «Wir sind auf dem Weg in eine Orewellsche Gesellschaft, bei der man sich mittlerweile fragen muss: Wer überwacht die Überwacher», sagt Spence. Mit dem Kameraauge wolle er sich der Thematik aus einer völlig ungewöhnlichen Perspektive nähern. Ein Video über Spences Geschichte und die Arbeit am Eyeborg-Projekt findet sich auf Vimeo.com.



  


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