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Forscher entwickeln IP over Xylophone

Wissenschaftler haben ein Internet-Protocol-Netz (IP) über eine Reihe von Xylophonen laufen lassen, die von Menschen gespielt werden.

blue_quad von Jens Stark (14.05.2012)

Einer der Erfinder von IP, Vint Cerf, soll einmal ein T-Shirt angehabt haben, auf dem «IP on everything» (IP auf allem) stand. Forscher der University of California in Berkley haben diese Maxime nun wörtlich genommen und bewiesen, dass man IP-Datenpakete auch mit einer Reihe von Xylophonen übermitteln kann.

Das IPoXP (IP over Xylophone Players) in AktionvergrößenDas IPoXP (IP over Xylophone Players) in Aktion «Während die Versuchsanordnung wohl kaum alltagstauglich ist, zeigt sie doch auf, wie ein Computer-Netz funktioniert», meint Stuart Geiger Computerwissenschaftsstudent in Berkeley und Leiter des Projekts. Dabei erwähnt er das Design des Internet besonders lobend: «Man kann wirklich alles nehmen und es überall hin schicken».

Geigers Netzwerkprotokoll, das Internet Protocol over Xylophone Players (IPoXP), stellt eine kompatible IP-Verbindung zwischen zwei Computern her. Das Setup besteht ansonsten aus zwei Mikrokontrollern, einigen Sensoren, zwei Xylophonen und zwei Menschen, welche die Xylophone spielen. In einem typischen Fall schickt der eine Computer ein Datenpaket an den Mikrokontroller im ASCII-Format, den der Mikrokontroller in ein hexadezimales Format umwandelt. Dieses wird über eine Reihe von LED ausgegeben. Jede LED entspricht einem Hexadezimalzeichen und einem Ton auf dem Xylophon.

Wenn ein bestimmtes LED-Lämpchen aufleuchtet, schlägt der Mensch den entsprechenden Ton auf dem Xylophon an. An jedem Klangkörper ist dabei ein piezoelektrischer Sensor angebracht, der durch die Vibration merkt, ob der Ton gespielt wurde. Der zweite Mikrokontroller erhält das Signal des Sensors und wandelt dieses wieder um.

Das System kann schlussendlich ein Zeichen pro Sekunde verarbeiten, schafft also einen Durchsatz von einem Baud. Somit dauert es gut 15 Minuten, um ein Datenpaket zu übermitteln. Dies natürlich vorausgesetzt, dass die Xylophon-Spieler keine Fehler machen. «Der Mensch ist dabei eine ziemlich unzuverlässige Schnittstelle», kommentiert Geiger und deutet damit an, dass es zu einigen «Dropped Packets» in dem Prozess kommt.

 Jens Stark 

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