Das sagen die ersten Tester zum iPhone 8 (Plus)

Das iPhone 8 ist wie erwartet gut, aber kein Smartphone für alle.

von Simon Gröflin 21.09.2017

Morgen ist der Verkaufsstart des iPhone 8. Nachdem das Embargo für die Presse gefallen ist, sind auch die ersten Tests zum iPhone 8 und iPhone 8 Plus online gegangen. Die bisherigen Berichte stammen hauptsächlich aus den USA. Wir werden demnächst die Geräte erhalten. Wir haben uns einmal im Netz umgesehen und fassen zusammen, was die Tech-Presse aus aller Welt berichtet. Gleich während der Keynote gab es übrigens auch von einigen bekannten Tech-Autoren aus Amerika ein paar harsche Worte. So äusserte sich etwa Paul Thurrott, der sonst viel über Microsoft berichtet, in einem Tweet: «Das ist so ein Mist, Apple – wirklich.» Auch Cnet-Autor Andrew Gebhart räusperte sich: «Apple wartet in der Regel ein Jahr, bis sie ihre Handys überflüssig machen. Beim iPhone 8 dauerte es ca. zehn Minuten.» Aber halten wir einmal die Luft an. Alles wird nicht so schlecht sein an der neuen iPhone-8-Serie, da sich vermutlich viele Kunden das 1200 Franken teure Jubiläums-Smartphone (iPhone X) ohnehin nicht leisten wollen.

Vier Jahre altes Design

Wie erwartet kritisieren einige der Tech-Journis das Design des iPhone 8, das inzwischen nun wirklich extrem in die Jahre gekommen ist. So spricht The Verge von einem «wirklichen Problem», zumal andere Mitbewerber wie Samsung und LG die Telefon-Hardware in den letzten Jahren immer wieder neu erfunden haben. Damit hat Nilay Patel sicher nicht unrecht. Das iPhone hat sich seit vier Jahren nun mal tatsächlich nicht verändert. Einzig neu ist die Glasrückseite, die man TechCrunch zufolge hassen oder lieben kann (der Autor liebt sie). Hintergrund: Apple setzt beim Upgrade erstmals auf Wireless Charging mit Induktionsladematten und hat den neuen iPhones auch zwecks besserer Ladefähigkeit einen rückseitigen Glasdeckel verpasst. Das neue Glas fühle sich sogar geschmeidiger und rutschfester an als das bisherige Aluminium. Allerdings: Wenn man sich ein Galaxy S8 gewohnt ist, kennt man das: Das Glas nehme auch die Wärme der Hand besser auf, leitet dafür aber Hitzezonen besser ab. 

Apple hat im neuen A11-SoC einen eigenen Bildsignalprozessor untergebracht Apple hat im neuen A11-SoC einen eigenen Bildsignalprozessor untergebracht Zoom© Apple

Wenig Neues beim Bildschirm

Ein paar Gähner liest man auch zu den «neuen» Bildschirmen. Die iPhone-Displays offerieren, wenig überraschend, wieder dieselben Auflösungen (beim Plus sind es 1920 x 1080 Pixel und beim normalen Apple-Telefon 1334 x 750 Pixel). Wie beim iPhone 7 und 7 Plus seien das zwar wieder «grossartige Displays», wie Mashable schreibt. Aber so langsam zeichne sich auch hier eine Verjährung ab, wenn man mit den jüngsten Bildschirmtechniken von Konkurrenten wie Samsung vergleiche (z.B. Galaxy S8: Super Amoled mit 2960 x 1440 Pixel). Ein bisschen mehr Lobensworte findet The Verge, weil Apple die «TrueTone»-Technik des iPad Pro eingebaut hat. Die Technik misst wie bei Samsungs Amoled den Einfall des Umgebungslichts und richtet seine Farbtemperaturen danach aus. Festzustellen sei das nicht auf den ersten Blick, jedoch besonders dann, wenn man das neue iPhone unter verschiedenen Indoor-Lichtbedingungen ein- und ausschalte. 

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Bessere Kamera und Augmented Reality

Die am häufigsten zitierten Verbesserungen betreffen die Kamera. BuzzFeed schreibt, dass die neuen iPhones bessere Kameras mitbringen, aber die Unterschiede gegenüber dem iPhone 7 und iPhone 7 Plus in den Aufnahmen nur schwer auszumachen seien. Allerdings versprechen die neuen Farbfilter vor allem «tiefere Pixel» und weniger Rauschen. Der neue Bildsignalprozessor trage dazu bei, dass gewünschte Mechanismen wie Autofokus und HDR schon dann greifen, bevor man die Bilder knipst. Wired scheint indessen mehr begeistert zu sein von der Vielfalt der neuen Möglichkeiten. Videos in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde seien jetzt problemlos machbar, wobei alles «super-geschmeidig» aussehe und «die Hipster-Freunde» vor Neid erblassen lasse. Das Plus offeriert jetzt den neuen Porträt-Modus, mit dem man das Licht in einem Foto künstlich aufhellen kann. Einen Nutzen davon hat man etwa bei schlecht belichteten Aufnahmen. Lobende Worte findet derselbe Journalist für Augmented Reality, obwohl er bisher erst einige wenige AR-Apps (iOS 11) ausprobiert habe. Das sei der Punkt, bei dem die optimierte Kamera und der Prozessor im Zusammenspiel «brillieren».

Morgen ist der Verkaufsstart des iPhone 8 und iPhone 8 Plus Morgen ist der Verkaufsstart des iPhone 8 und iPhone 8 Plus Zoom

Das iPhone 8 ist nicht für alle

Fasst man alles so zusammen, sind das iPhone 8 und iPhone 8 Plus unter dem Strich doch beeindruckende Geräte. Über die Zusatz-Power kann man sich streiten, weil es (noch) nicht so viele Spiele und Apps gibt, die sich überhaupt diese enormen Leistungsreserven zunutze machen. Umsteigen sollte man aber nur mit Bedacht. Zum Beispiel, wenn man von einem iPhone 6s im Rahmen einer Vertragsverlängerung umsatteln möchte. Technik-Fans werden eher dem iPhone X zugeneigt sein, dessen Vorverkauf am 27. Oktober startet. Jedoch ist Gerüchten zufolge schon zum Marktstart mit enormen Engpässen zu rechnen, weil Samsung als Zulieferfirma den Bedarf an OLED-Displays nicht decken kann. 

Das iPhone 8 kostet in der kleinsten 64-GB-Variante 839 Franken, das iPhone 8 Plus gibt es ab 959 Franken. Vorbestellungen sind seit Freitag, 15. September möglich, die Auslieferung und der Verkauf starten am Freitag, 22. September. 

Tags: Apple, iPhone
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Kommentare

  • rrx007 21.09.2017, 21.00 Uhr

    Wie Funktioniert das Feature "Langzeitbelichtung" - Erwähnt in der Dia-Show (3/39) ?

  • kut 21.09.2017, 21.56 Uhr

    Ich habe noch ein iPhone 6s, sehe aber beim besten Willen keinen echten Mehrwert, um auf das iPhone 8 (Plus) zu wechseln. Dazu ist wichtig zu wissen, dass Fotos bei mir (fast) keine Rolle spielen. Ganz grundsätzlich verstehe ich nur schwer den Hipe, den neue Geräte jeweils auslösen. MfG kut

  • Klaus Zellweger 22.09.2017, 11.06 Uhr

    Wie Funktioniert das Feature "Langzeitbelichtung" - Erwähnt in der Dia-Show (3/39) ? Durch Software-Tricks und dem superschnellen Bildprozessor. Die «Langzeitbelichtung» ist einer der vier Effekte, die auf ein «Live Foto» angewendet werden können. Diese Effekte lassen sich jederzeit entfernen. Jedes «Live Foto» besteht aus einem regulären Foto, das von einem drei Sekunden langen Video ummantelt ist. Daraus errechnet iOS das neue Foto, indem (in diesem Fall) die partielle Bewegungsunschärfe[...]

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