Hands-on: Samsung Galaxy S9

Das Smartphone der Stunde heisst Galaxy S9. Wir haben das neue Samsung-Spitzenmodell in Barcelona in die Hand genommen.

von Luca Diggelmann 26.02.2018
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Was die Spezifikationen angeht, gibt es nichts Neues: Die Leaks waren soweit korrekt; und ehrlich gesagt, gibt es auf der Hardware-Seite auch nicht viel, das sich vom Vorjahr unterscheidet. Alles ist ein wenig schneller und besser, aber nicht wirklich revolutionär.

Das Galaxy S9 ist da Das Galaxy S9 ist da Zoom© lpd / PCtipp

Das Wort revolutionär verwendet Samsung auch selbst nur für die Kamera. Dort geizen die Koreaner nicht mit Superlativen. Aber mal ehrlich: Ja, die Kamera des Galaxy S9 ist Klasse. Aber von einer «Neuerfindung» wie Samsung das nennt, kann keine Rede sein. Die zwei Blendenöffnungen sind für Smartphones neu, aber kaum kreativ. Höchstens eine Frage der Zeit. Genauso wie die persönlichen Emoji.

Die Revolution findet vielmehr bei Bixby statt. Der Samsung-Assistent bringt eine Wagenladung neuer Funktionen mit sich. Unter Anderem eine automatische Übersetzung per Kamera, wie Google Lens das bereits versucht. Lens gegen Bixby dürfte generell spannend werden, nur schon weil beide Hersteller angekündigt haben, die Technologie offen und für alle Systeme anzubieten.

Die Rückseite glänzt immer noch schön Die Rückseite glänzt immer noch schön Zoom© lpd / PCtipp Auch der Klinkenstecker bleibt erhalten Auch der Klinkenstecker bleibt erhalten Zoom Doch nehmen wir das Hands-on beim Wort und legen beim Galaxy S9 Hand an. Für Besitzer eines S8 dürfte sich nicht viel ändern. Das S9 ist äusserlich fast nicht von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Ein paar Mikrometer schmaler hier und ein Spürchen breiter da. Auch die Materialien sind grösstenteils gleich geblieben. Grösste Änderung: Das Glas auf der Rückseite ist leicht dicker, was der Widerstandsfähigkeit helfen soll. Beklagen kann man sich hier bei Samsung sowieso nicht: Auch das S9 sieht toll aus und liegt bequem in der Hand.

Neben der pinken Farbvariante ist vor allem etwas augenscheinlich: Der Fingerabdrucksensor. Dieser wurde von seitlich neben der Kamera unter die Kamera bugsiert. Definitiv eine gute Entscheidung, war die Platzierung des Sensors beim S8 doch eher ungünstig. Die neue Scanner-Platzierung ist besser, aber noch nicht perfekt. Der Scanner ist immer noch sehr nahe an der Kamera platziert und dürfte für den einen oder anderen Fehlgriff mit verschmierter Linse sorgen.

Die personalisierbaren Emoji sind definitiv witzig Die personalisierbaren Emoji sind definitiv witzig Zoom© lpd / PCtipp

Mit einem sauberen Objektiv liefert das Galaxy S9 ausgezeichnete Arbeit ab, soweit das in einem kurzen Hands-on eruiert werden kann. Sowohl qualitativ als auch von der Bedienung her überzeugt das S9. Die Kamera reagiert blitzschnell und dürfte nur selten Schuld an einem verpassten Schnappschuss sein. Die Bedienung der Kamera-App ist so simpel wie nur möglich, sogar im Pro-Modus für manuelle Bedienung. Auch die fortgeschrittenen Foto-Modi sind relativ einfach zu bedienen. Die persönlichen Emoji und auch die Superzeitlupe gehen leicht von der Hand. Letztere ist besonders beeindruckend: Per Knopfdruck wird ein Clip aufgenommen. Die App erkennt Bewegungen automatisch und verlangsamt beim Endprodukt die passende Stelle. Vielleicht nicht ideal für anspruchsvolle Filmemacher aber perfekt für ein Smartphone.

Fazit

Äusserlich ein iteratives Update, doch im Inneren brodelt es beim Samsung Galaxy S9. Die Kamera ist vielleicht noch nicht der grosse Paradigmawechsel, den Samsung hinausposaunt, beeindruckend ist sie aber allemal. Wir sind gespannt auf den kompletten Test.

Die vier Farben des S9 Die vier Farben des S9 Zoom© lpd / PCtipp

Verfügbarkeit

Die beiden Geräte sind offiziell ab dem 16. März in der Schweiz verfügbar. Vorbestellen lassen sie sich aber schon jetzt hier. Das Galaxy S9 kostet 899 Franken mit 64, 1049 Franken bei 256 GB Speicher. Das S9+ bewegt sich zwischen 999 Franken und 1149 Franken. 

Wem das zu teuer ist, sollte sich mit dem Samsung Trade-In-Deal vertraut machen. Dort kann man sein altes Phone gegen das neue S9 eintauschen und erhält, je nach Alter und Zustand des Geräts, Rabatt.


    Kommentare

    • kut 26.02.2018, 19.30 Uhr

      Sind wir tatsächlich überrrascht, wenn mal nichts Revolutionäres an einem neuen Gerät vorhanden ist? In 9 von 10 Fällen genügt das alte Smartphone und es besteht kein (wirklicher) Grund für einen Wechsel. Wer jedoch gerne jährlich wieder sein Geld rausschmeissen will, der darf und kann ja. Sich über die Folgen solcher Handlungen unserer Wegwerfgesellschaft aber Gedanken zu machen, sollte auch nicht verboten sein. Ich empfehle, eine Denkpause einzuschalten. Mfg kut

    • siXtreme 26.02.2018, 19.36 Uhr

      Wann gab es das letzte mal eine "Bahnbrechende" Neuerung in einem Smartphone? Ich denke das wird auch nie wieder passieren, zumindest nicht von den großen Herstellern. Schließlich sollte ja das Marketing die potenziellen Kunden anlocken und nicht die vermeintlich großen (aber in Wirklichkeit kleinen) Neuerungen. Alle 4-5 Jahre das neuste Top-Smartphone kaufen finde ich ist die beste Strategie. Toby

    • kut 26.02.2018, 22.27 Uhr

      Alle 4-5 Jahre das neuste Top-Smartphone kaufen finde ich ist die beste Strategie. Toby Eine gute Strategie, obwohl 5 Jahre wohl das äusserste Limit ist, besteht doch die grosse Wahrscheinlicheit, dass dann einiges entweder nicht mehr laufen wird oder man kann gewisse Apps gar nicht mehr installieren, da ein neue(res) OS verlangt wird. Gruss kut

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