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Leise stirbt die Telefonkabine

Zuletzt waren Publifone, wenn überhaupt, noch für Anrufe ins Ausland attraktiv. Ab 2018 entscheidet Swisscom über den Verbleib der letzten Telefonkabinen.

von Simon Gröflin 09.10.2017

Bis 2018 will die Swisscom ihre verbliebenen 3100 Telefonkabinen in den Ruhestand versetzen. Der Abbau könnte aber noch schneller vonstatten gehen, denn mit der überarbeiteten Grundversorgungskonzession ist der Branchen-Primus ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr verpflichtet, in jeder Gemeinde ein Publifon betreiben zu müssen. Bislang durfte die Swisscom das letzte öffentliche Telefon einer Gemeinde jeweils nur dann entfernen, wenn auch die Gemeinde einstimmig über den Abbau einer Kabine befindet.

Auch für Ausländer nicht mehr attraktiv

Konsequenzen hat das vor allem in ländlichen Gegenden. So sei beispielsweise für das Limmattal zumindest in diesem Jahr noch keine Schliessung vorgesehen, wie Mediensprecherin Sabine Hubacher der Aargauer Zeitung sagt. Allerdings hat der Telko bereits gewichtige Argumente für grössere Schliessungspläne im nächsten Jahr: Swisscom zufolge bleiben über 1000 der Kabinen über Tage hinweg ungenutzt. Auch für längere Gespräche ins Ausland scheinen die Kabinen nicht mehr zu rentieren. Die Verlagerung auf internationale Dienste wie Skype und WhatsApp für Gespräche ins Ausland seien auch bei Swisscom spürbar.

13'400 Publifone zwischen 1996 und 1998

Am stärksten zurückgegangen seien die Anzahl Gespräche über Publifone zwischen 2014 und 2016 (95 Prozent). Im letzten Jahr nahmen die Gespräche um weitere 30 Prozent ab. Gegenwärtig betreibt die Swisscom nur noch 300 Publifone freiwillig.

Zum Vergleich: Als der Staatsbetrieb PTT per 1998 in die beiden Konzerne Post und Swisscom aufgeteilt wurde, begann auch erstmals die Zahl der Telefonkabinen im Land zu sinken. Zwischen 1996 und 1998 lag der Höchststand bei 13'400 Kabinen.


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