Made by Google 2018: neues Pixel-Phone, neues Tablet ...

... und Schweizer Kunden müssen wohl wieder auf Importe hoffen.

von Florian Bodoky, Sonja Kroll, dpa 10.10.2018

Google will sich mit neuen Smartphones als Gerätehersteller etablieren und dabei seine Stärken bei der künstlichen Intelligenz ausspielen. Das neue Smartphone Pixel 3 soll unter anderem von allein Selfie-Fotos auslösen, wenn es ein Lächeln erkennt, sowie bewegte Objekte permanent im Fokus behalten.

Google Pixel 3 XL Google Pixel 3 XL Zoom© Google

Das Pixel 3 und das etwas grössere Pixel 3 XL enthalten erstmals einen besonders abgeschotteten Sicherheitschip, den Google Titan M nennt. Dieser ähnelt stark dem Konzept, das Apple bereits im Jahr 2013 beim iPhone eingeführt hat. Hier werden unter anderem biometrische Daten sowie verschlüsselte Informationen für digitales Bezahlen aufbewahrt. Die dahintersteckende Titan-Technologie stamme ursprünglich aus Googles Rechenzentren, sagte Hardware-Chef Rick Osterloh. Das bekannt gewordene Datenleck beim Onlinenetzwerk Google Plus war bei der Präsentation kein Thema.

Neben den neuen Smartphones präsentierte Google das Ladegerät Pixel Stand. Während des Aufladens wird Pixel 3 dabei zu einem von Google Assistant unterstützten Display und Lautsprecher.

Im Wettbewerb mit Apple und Samsung

Mit den Pixel-Smartphones untermauert Google seine Ambitionen, es mit teuren Konkurrenzgeräten von Apple und Samsung aufnehmen zu können. Die beiden neuen Modelle unterscheiden sich nur durch die Display-Grösse (5,5-Zoll- und 6,3-Zoll-Bildschirmdiagonale).

Nochmals verbessert hat Google die Kamerafunktion, die schon beim Vorgängermodell in unabhängigen Testberichten durchweg gelobt wurde. Durch ein aus der Satellitenfotografie abgeleitetes Verfahren wurde gemäss Google beispielsweise die digitale Zoom-Funktion erheblich verbessert, sodass Details in der Ferne besonders scharf erscheinen sollen.

Für Selfie-Fotografien verfügt das Pixel 3 über zwei Objektive. Um einen besonders grossen Ausschnitt auf das Bild zu bekommen, wurde der Weitwinkelbereich erweitert. Eine Software-Korrektur soll dafür sorgen, dass die Gesichter trotzdem nicht verzerrt erscheinen. Google präsentiert ausserdem einen Nacht-Modus für Aufnahmen bei extrem wenig Licht, der dafür sorge, dass die Objekte im Bild gut zu erkennen seien. Diese Funktion wurde im Vergleich zu einem deutlich dunkleren Bild demonstriert, das mit Apples neuem Top-Modell iPhone Xs aufgenommen worden sei. Das war eine klare Attacke auf den Konkurrenten.

Wie bei den Pixel-Modellen zuvor setzt der Internetriese auf seine Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz. Bei der Funktion Google Lens, bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, werden dabei auch Informationen im Bild wie eine Adresse oder Telefonnummer identifiziert, ohne dass das Smartphone dafür in Kontakt mit der Cloud treten muss.

Die Berechnung findet lokal auf dem Smartphone statt. In den USA wird auf den Geräten auch die experimentelle Software Duplex verfügbar sein, die menschliche Sprache nahezu perfekt nachahmen soll. Damit wird der Google Assistant auch eigenständig Anrufe erledigen können.

Google Pixel Slate

Google Pixel Slate Google Pixel Slate Zoom© Google

Neben den Phones hat Google auch ein 12,3-Zoll-Tablet namens Pixel Slate präsentiert. Dies ist der Nachfolger des Pixel C. Dabei überraschten die Kalifornier mit dem Betriebssystem: Sie setzen beim Slate nicht auf Android, sondern auf Chrome OS. Google erklärte, dass die Entscheidung für Chrome OS gefallen sei, weil man sowohl an die Freizeit als auch an den Einsatz im Büro gedacht habe – beides soll gleichermassen möglich sein. Das LCD-Display namens «Molecular» löst mit 3000 × 2000 Pixeln auf und unterstützt den Pixelbook Pen, einen Stylus zur Dateneingabe. An der Front sind zwei Lautsprecher verbaut, da es sich gleichermassen um ein Musikgerät handelt – allerdings ohne Klinkenport, dafür mit zwei USB-C-Anschlüssen und einem Fingerabdruckscanner. Des Weiteren stellt Google verschiedene Konfigurationen zur Verfügung, die sich im Preis unterscheiden, allerdings auch in Sachen Specs: Das lüfterlose Vorzeige-Modell ist mit einem Core i7 der achten Generation, 16 GB RAM und einem 256-GB-SSD ausgestattet. Als Schnittstellen dienen WLAN-AC (Dual-Band, also auch 5 GHz) und Bluetooth 4.2. 

Auch ein beleuchtetes Type-Cover namens Pixel Slate Keyboard gibts, das gleichzeitig auch als Ständer und – logisch – als Schutzvorrichtung im zusammengeklappten Zustand dient.

Ab dem 2. November verfügbar – aber wohl nicht in der Schweiz

Das Pixel 3 soll in Deutschland 849 Euro (mit 64 Gigabyte Hauptspeicher) oder 949 Euro (128 GB) kosten. Das grössere XL-Modell ist jeweils 100 Euro teurer. Die Geräte sind ab 2. November verfügbar. Für die Schweiz sind derzeit weder Lieferdaten noch Preise bekannt. Nachdem bereits die Vorgängermodelle nur über Import zu haben waren – beispielsweise bei Digitec –, liegt der Verdacht nahe, dass auch die neuste Generation der Google-Phones und -Tablets nicht offiziell in der Schweiz lanciert werden.

Beim Pixel Slate hingegen ist es noch nicht klar, ob es den Sprung über den Atlantik überhaupt schaffen wird: Bis jetzt ist nur bekannt, dass es «im Laufe des Jahres 2018» in den USA an den Start gehen soll. Je nach Ausbaustufe wird es zwischen 599 und 1599 Dollar kosten. 

Was Google sonst noch gesagt hat, sehen Sie im Video:

Tags: Google

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