Schweizer geben bis zu 2000 Franken im Jahr für Onlineshopping aus

Amazons Schweizer Markteintritt steht kurz bevor – und der Onlinehandel boomt hierzulande schon jetzt. Über ein Drittel kauft sogar mehr als einmal pro Monat ein, wie eine Comparis-Umfrage zeigt.

von Simon Gröflin 15.12.2017

Am letzten «Black Friday» sind die Webserver Digitec aufgrund der erhöhten Zugriffe nach Mitternacht bereits nach 17 Sekunden zusammengebrochen und waren für zwei Stunden nicht erreichbar. Denn es wird immer mehr online eingekauft, wie eine Umfrage von Comparis zeigt. Laut des Vergleichsportals bestellen fast alle surfenden Schweizerinnen und Schweizer (97 Prozent) einmal im Monat etwas von einem Onlineshop.

Das wird beim Onlineshopping ausgegeben

Beim Einkaufsverhalten könne die Altersgruppe der 60- bis 74-Jährigen mit den Jüngeren Schritt halten. Gemäss der Umfrage geben 42 Prozent der 15- bis 29-Jährigen 500 bis 2000 Franken pro Jahr im World Wide Web aus. Bei der Altersgruppe der 60- bis 74-Jährigen sind es 36 Prozent, die für denselben Betrag auf Onlineshopping-Tour gehen. Ein kleiner Anteil (5 Prozent) der 30- bis 59-jährigen Konsumenten ist sogar bereit, jährlich über 5000 Franken online auszugeben.

Modeartikel beliebter als elektronische Medien

Bei der Frage nach den beliebtesten Konsumgütern standen Mehrfachnennungen zur Auswahl. Am beliebtesten seien demnach vor allem Kleider, Accessoires und Schuhe (79 Prozent). Bei 60 Prozent der online getätigten Einkäufe kämen Unterhaltungsmedien oder Elektronikartikel infrage. Spielwaren, Essen und Lebensmittel machen dagegen weniger als ein Drittel aus (28 Prozent). Kosmetik stösst dennoch bei 36 Prozent der Konsumenten auf Interesse. Interessanterweise sind es eher die Männer, die mehr Geld im Web ausgeben. 40 Prozent von ihnen würden jährlich 500 bis 2000 Franken im Web ausgeben.

Rechnung beliebter als Kreditkarte

Die Umfrage gibt auch Aufschluss über das Zahlungsverhalten: Die meisten Käufer zahlen demnach am liebsten per Rechnung (46 Prozent), wobei Frauen lieber nach der Rechnung fragen als Männer (55 vs. 36 Prozent). Nur 36 Prozent der Kunden zücken die Kreditkarte. Mit 14 Prozent sind weitere mobile Bezahlmöglichkeiten (wie Paypal, Sofortüberweisungen etc.) vertreten.

Obwohl das Warenangebot gross ist und vieles zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird, nutzen angeblich nur 62 Prozent der Onlinekäufer Preisvergleichsportale, um sich einen Überblick über Schnäppchen zu verschaffen.

«Spielwaren werden eher selten online gekauft. Was vor allem daran liegt, dass es an benutzerfreundlichen Angeboten im Internet fehlt», meint Digital-Experte Jean-Claude Frick von Comparis. Der erwartete Markteinstieg von Amazon in der Schweiz werde das nachhaltig ändern.


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