Test: Asus Lyra Trio

Hersteller von Netzwerkgeräten scheuen mittlerweile nicht davor zurück, ihre Geräte futuristisch und aussergewöhnlich aussehen zu lassen. Aber gleich drei Stück davon?

von Thomas Riediker 08.08.2018

Nicht ein, sondern drei Geräte finden wir in der Verpackung und jedes sieht gleich aus: Vergleichsweise klein, gerade mal knapp 450 Gramm schwer, weiss, mit drei Streben, die in der Mitte eine Art Pyramide bilden und so das Mesh-Wi-Fi-System bilden. Jedes Gerät bietet hinten einen WAN-/LAN-Port, einen zweiten LAN-Anschluss für weitere Verbindungen sowie natürlich den Stromanschluss. Mit diesem System sollen grössere oder kompliziert aufgebaute Gebäude durchgehend mit starkem WLAN-Signal versorgt werden. Dies soll sogar über mehrere Stockwerke funktionieren.

Im Verbindungs- und Übertragungstest zeigt das Asus-Trio, dass sich das eigenwillige Design auszahlt Im Verbindungs- und Übertragungstest zeigt das Asus-Trio, dass sich das eigenwillige Design auszahlt Zoom© ASUS

Zwar hatten wir kein Gebiet riesiger Grösse als Testareal zur Verfügung, dennoch installierten wir die drei Geräte über Distanzen von mindestens 12 Metern und über zwei Stöcke hinweg. Mit der einfachen Lyra-Mobile-App konnten wir die Geräte schnell und einfach miteinander koppeln, wobei die Smartphone-Software sogar erkannte, ob die Geräte die neuste Firmware haben – problemloses Update inklusive. Das Asus Lyra Trio kann entweder im Router- oder Bridge-Mode betrieben werden. Das Trio lässt sich also als zentrales Netzwerksystem im Hause nutzen oder es nimmt die Rolle erweiternder Bridges ein, wenn bereits ein anderer Router vorhanden ist.

Das System versucht jeweils, ein ideales Signal für die Endgeräte zu erreichen. Zusätzlich verspricht Asus einen nicht spürbaren Handover. Dies bedeutet, dass Endgeräte wie Smartphones beim Übergang von einem Mesh-Gerät zum nächsten nahtlos die Verbindung wechseln, wenn der Benutzer sich beispielsweise im Gebäude bewegt. Das Netzwerk behält denselben Namen. Tatsächlich erkannten wir zwar verschieden starke Verbindungsgeschwindigkeiten, je weiter wir vom Asus-Lyra-Gerät entfernt waren, das per Kabel am Internet hing, der Wechsel war aber tatsächlich ohne Unterbrüche.

Im Verbindungs- und Übertragungstest zeigte das Asus-Trio, dass sich das eigenwillige Design auszahlt. Theoretisch schafft das System mit seinen drei eingebauten Antennen bis 450 Megabit pro Sekunde über das 2,4-GHz-Band und 1300 Megabit pro Sekunde über das 5-GHz-Band. Im üblichen Testaufbau von ungefähr 4 Metern Abstand zum einzeln betriebenen Router mit einer Wand dazwischen erreichten wir knapp 451 Megabit pro Sekunde im 5-GHz-Band – ein eher unterdurchschnittlicher Wert.

Gingen wir allerdings weiter weg und fügten die beiden anderen Geräte taktisch klug positioniert dem Netzwerk hinzu, wurde der Vorteil erkennbar: Im Raum des «Hauptgeräts» erreichten wir ungefähr 553 Megabit pro Sekunde, womit eine Datei von 1 Gigabyte Grösse in ungefähr zehn Sekunden übertragen wurde. Dies ist ein akzeptabler Wert. Die wahre Stärke zeigt das System jedoch bei grösserer Distanz zum Hauptrouter: Wo bei Einzelroutern sehr schnell Signalqualität und Geschwindigkeit eingebüsst werden, hält sich das Asus Lyra Trio wacker. Auch bei knapp 12 Metern Abstand und durch zwei Wände erreichten wir noch 379 bis 410 Megabit pro Sekunde – das ist nicht das schnellste Signal der Welt, dafür aber angenehm konstant.

Als netten Zusatz offeriert Asus eine Art aktiven Virenschutz namens AiProtection. Dabei werden als schädlich bekannte Webseiten, die auf einer im Hintergrund stetig erweiterten schwarzen Liste sitzen, beim Zugriffsversuch geblockt. Leider ist die Einrichtungs-App dafür aber recht spärlich ausgefallen; viel mehr als das Setup der Grundeinstellungen kann man damit nicht machen. Dies zeigt aber auch, dass das Asus-System für den Heimanwender gedacht ist, der alles einmal einrichten und dann nicht mehr daran denken möchte.

Fazit

Das Asus Lyra Trio ist ein heimanwendertaugliches, erschwingliches Mesh-Netzwerk-System. Es kann denjenigen Benutzern, die aufgrund der Raumaufteilung notorisch schlechtes WLAN-Signal erdulden müssen, endlich zur erhofften Stabilität und Geschwindigkeit verhelfen, erreicht aber im Vergleich mit einzelnen starken Routern keine Höchstgeschwindigkeiten.

  • Asus Lyra Trio

    Positiv:
    Leichte Einrichtung, elegantes Aussehen, Reichweite und Signal sehr stabil, erschwinglich
    Negativ:
    App etwas spärlich, nicht allzu hohe Grundgeschwindigkeit
    Details:
    WLAN-AC, Dual-Band (5 GHz und 2,4 GHz) Mesh-Router-System, drei Geräte, zwei RJ45-Anschlüsse (pro Gerät), ein Stromanschluss (pro Gerät), ein Resetbutton (pro Gerät), ca. 450 g, Stromkabel
    Strassenpreis:
    ab ca. Fr. 292.–
    Info:
    www.asus.com/ch-de/Networking/Lyra-Trio/
    PCtipp-Bewertung:
    4 Sterne

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Tags: Test, Asus, Router

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