Test: Brother VC-500W

Brother hat einen sogenannten «Etikettendrucker» lanciert, der schmale, beschriftete Streifen druckt. Was taugt er?

von Florian Bodoky 07.08.2018

Im Büroalltag oder im privaten Papierkrieg stapeln sich Ordner, Kisten und andere Büromaterialien en masse. Wer behält da die Übersicht? Druckerspezialist Brother hat deshalb den VC-500W lanciert, einen sogenannten «Etikettendrucker», der schmale, beschriftete Streifen druckt. Diese sind selbstklebend und können bei Bedarf auf die Utensilien draufgepappt werden. Nicht zu unterschätzen auch bei der privaten Guetzli-Ration, falls man in einer Wohngemeinschaft lebt. 

Die Druckqualität ist gut, satte, aber nicht übertrieben leuchtende Farben (313 dpi) überzeugen das Auge Die Druckqualität ist gut, satte, aber nicht übertrieben leuchtende Farben (313 dpi) überzeugen das Auge Zoom© Brother

Der Drucker kommt in einer edlen und gut gepolsterten Box daher und bringt nicht nur ein Netz- und USB-Kabel mit, sondern auch noch eine vollständige Labelkassette sowie eine weitere Kassette, die man zur Schachtreinigung einsetzt. Sympathische Sache, so muss man nicht gleich zu Beginn an das Zubehör denken. 

Hardware-seitig ist der Drucker schnell aufgebaut: USB-Kabel zwischen Drucker und Computer anbringen, Netzteil in die nächstgelegene Steckdose führen, Labelkassette in den Schacht stecken – fertig ist der Lack. Hier fallen zwei Dinge auf, erstens: Das Netzkabel ist sehr kurz. Sofern sich Ihre Steckdose also in erhöhter Lage befindet, wird das Netzteil wortwörtlich in der Luft hängen. Zweitens: Die beiden Kabel werden unten in den Boden des Druckers eingesteckt. Da schauen also an der Seite und hinten Kabel raus, was optisch nicht gerade toll ist.

Etwas komplizierter gestaltet sich die Software-Installation. Brother legt dem Lieferumfang nämlich keinerlei Software bei. Sowohl die Suite als auch die Druckertreiber müssen erst von der mässig benutzerfreundlichen Website heruntergeladen werden – das dauert ein Momentchen (wobei sich andere User bei der Suche vielleicht geschickter anstellen als ich). Beim Setup muss man sich lediglich für eine Verbindungsvariante entscheiden, also wahlweise USB oder WLAN. Ist die ganze Geschichte installiert (das Setup ist sehr simpel gehalten und auch für Laien verständlich), lassen sich Labels mit zahlreichen Fonts, Rahmen, Hintergrundfarben sowie -muster verzieren und ausdrucken. Ist das Label ausgedruckt, fährt man mit dem Finger von rechts nach links über die Touchfläche – das Zeichen für den Drucker, das Label zu beschneiden. Macht man das nicht, zieht man die ganze Labelrolle raus, also Vorsicht!

Die Gestaltung der Labels geht auch von iOS- und Android-Geräten aus. Dazu lädt man die entsprechende Brother-Label-App kostenlos herunter. Etwas befremdlich, um nicht zu sagen suspekt, waren dann die Rechte, welche die App beim Setup einfordert: Weshalb muss eine Drucker-App Zugriff auf meinen Standort haben? Und wieso muss ich zulassen, dass die App Telefonanrufe tätigen und verwalten darf? Lehnt man diese Rechte ab, versagt die App den Dienst komplett, das Setup wird nicht mehr weitergeführt. Brother, so nicht! Nachdem wir der App die Rechte zu Testzwecken erteilt haben, zeigt sich uns eine sehr ähnliche grafische Oberfläche mit den gleichen Designelementen wie schon bei der PC-Version.

Die Druckqualität selbst ist gut, satte, aber nicht übertrieben leuchtende Farben (313 dpi) überzeugen das Auge und die Klebequalität ist ebenfalls in Ordnung. Pro Sekunde druckt der 500W 8 Millimeter, bei längeren Labels brauchts also etwas Geduld. Ob sich die Labels auch für den Ausseneinsatz eignen, lässt sich derzeit (noch) nicht abschliessend beantworten – in einigen Tagen können wir diese Information aber nachliefern. Der Hersteller jedenfalls attestiert ein Bestehen der Farben und des Klebstoffes zwischen 5 und 35 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 60 Prozent.

Die 25-mm-Rolle, die dem Gerät beiliegt, ist 5 Meter lang und kostet als Einzelstück rund 35 Franken – Sparsamkeit ist also angezeigt.

Fazit

Der Brother VC-500W tut, was er soll und das zufriedenstellend. Die Software-seitige Installation ist etwas umständlich und «do it yourself», gemessen am Gerätepreis von 199 Franken.

  • Brother VC-500W

    Positiv:
    Verarbeitung, Druckresultat
    Negativ:
    Kabelsalat, Software-Setup
    Details:
    Bandbreiten: 9–50 mm, 313 dpi Druckauflösung, 8 mm/Sek. Druckgeschwindigkeit, WLAN- und USB-Schnittstelle, AirPrint, Masse in cm: 11,3 × 11,6 × 9,6 (B × T × H), 660 g
    Strassenpreis:
    Fr. 199.–
    Info:
    www.brother.ch/de-ch/etikettendrucker/vc-500w
    PCtipp-Bewertung:
    4 Sterne

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