Windows 10: Welche Grafikkarten werden noch unterstützt?

Wer von einem älteren PC auf Windows 10 umsattelt, wird teils unerwartet mit Treiberproblemen konfrontiert. Was kann man dagegen tun?

von Simon Gröflin 07.08.2015

Nicht nur Besitzer neuer Grafikkarten hatten letzte Woche beim Upgrade auf Windows 10 mit Treiberproblemen zu kämpfen. Sogar Anwender mit älteren Grafiklösungen mussten teils auf erste Treiber-Updates warten. Grund dafür: Die Hardware-Hersteller schafften es ganz einfach nicht, bis zur Veröffentlichung von Windows 10 passende Treiber bereitzustellen. Dem Problem zugrunde liegt die neue 3D-Schnittstelle DirectX 12, die Windows 10 vorbehalten ist. Laut einer Herstellerbefragung von «Golem» zeichnet sich ab, dass AMD, Nvidia und Intel bei älteren Chips einen klaren Schlussstrich ziehen oder zumindest noch keinen vollen Windows-10-Support versprechen wollen. Im Folgenden das Wichtigste in Kürze.

AMD: teils nur noch «Legacy»-Treiber

Nach AMD würden ältere Modelle seit 2012 keine regulären Treiberaktualisierungen mehr erhalten, sondern nur noch den «Legacy Catalyst». Mit Legacy-Treiber sind betagte Treiber gemeint, die zwar grösstenteils noch mit alten Karten funktionieren, aber für die ältere Grafikgeneration nicht mehr die neusten Funktionen wie DX12 unterstützen können. Ganz offiziell bekommt laut AMD nur noch die Radeon-HD-5000-Serie reguläre Treiber-Updates gesponsert. Wer noch eine AMD-Grafikkarte vom Typ HD4870 (von 2008) in Betrieb hat, erhält, weil nur der generische Treiber geladen wird, nicht zwingend einen schwarzen Bildschirm. Unter Umständen werden aber Grafikbeschleunigungsfunktionen nicht mehr richtig unterstützt. Bei einem reinen Office-Rechner fällt das weniger ins Gewicht; bei einem Media Center etwa kann das schon bei der Wiedergabe von Videos mit hoher Bitrate stören.

Lösung bei AMD-Grafikproblemen unter Windows 10: Ein Trick, der manchmal generell bei älterer Hardware hilft, besteht darin, die noch auf Windows 8.1 ausgelegte 64-Bit-Catalyst-Treiber über den Windows-Gerätemanager nachzuladen. Wenn das nicht hilft, wechselt man für 40 Franken besser gleich das «Alteisen» aus. Für 38 Franken bekommt man schon eine passiv gekühlte HD5450 von Sapphire.

Intel- und Nvidia-Treiber unter Windows 10

Auch Nvidia zieht einen klaren Schlussstrich bei älterer Grafik-Hardware: Besitzer einer Karte von 2005 erhalten jedenfalls keinen generischen Treiber-Support mehr. Wer als Beispiel noch eine GeForce GTX 480 im System hat, erfährt unter Umständen nur eingeschränkte Hardware-Beschleunigung. Nvidia soll aber derzeit an einem passenden WDDM-2.0-Treiber für die Windows-Schnittstelle arbeiten. Eine ausführliche Windows-10-Kompatibilitätsliste von Nvidia gibt es hier.

Lösung bei Nvidia- und Intel-Grafikproblemen unter Windows 10: Bei den integrierten Intel-Grafikchips ist die Sache ziemlich eindeutig: Intel-Grafikkerne vor der Haswell-Generation (also Ivy Bridge etc.) werden unter Windows 10 nicht mehr unterstützt. Also funktionieren derzeit nur aktuelle Grafiklösungen ab der vierten Generation. Für ältere Prozessoren (z.B. Sandy Bridge) steht derzeit ein Beta-Treiber zum Download bereit. Bei einer älteren Nvidia-Grafikkarte lohnt sich unter Umständen ebenfalls der Kauf einer neuen Karte. Bei einem Midrange-Office-Rechner tut es auch eine GT 630 für weniger als 100 Franken.


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