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Der Traum von UMTS

Vier Telekommunikationsunternehmen dürfen ab 2002 in der Schweiz ein UMTS-Netz betreiben. Doch wer wartet darauf?

blue_quad von Beat Rüdt (16.10.2001)

Vier Mobilfunkanbieter haben sich in der Schweiz eine Konzession für die Errichtung eines UMTS-Netzes ergattert: Neben den bekannten Mobilfunkanbietern Swisscom, Orange und Sunrise gehört auch das in der Schweiz wenig bekannte Telekommunikationsunternehmen Telefónica zu den Lizenznehmern. Alle haben eine Konzession für 15 Jahre erhalten.

So weit so gut. Es ist erst Oktober 2001 und deshalb müssen wir uns ja noch nicht wundern, dass man noch keine Spuren vom Aufbau eines UMTS-Netzes sehen kann. Wundern kann man sich erst, wenn man der Konzession entnimmt, dass bis Ende 2002 20 Prozent der Bevölkerung die UMTS-Infrastruktur nutzen sollen, bis Ende 2004 sogar 50 Prozent der Bevölkerung.

Daraus ergibt sich, dass zuerst die Ballungsgebiete erschlossen werden. Zürich, Genf, Bern und Basel dürften somit die ersten Orte in der Schweiz sein, an denen UMTS eingeführt wird, weil mit wenigen Antennen bereits sehr viele Menschen an da superschnelle mobile Netzwerk angeschlossen werden können.

Doch es gibt noch andere Probleme. UMTS wurde bisher erst in Japan eingeführt, und von einem Erfolg kann noch nicht die Rede sein. Die Einführung wurde durch technische Probleme lange verzögert, und nach dem Start sind erst sehr wenige Menschen angeschlossen.

Wie wahrscheinlich ist es denn, das vier Mobilfunkanbieter bis Ende Jahr je 20 Prozent der Bevölkerung erreichen? Von einer Kooperation, was Antennenstandorte betrifft, ist zurzeit nicht die Rede. Sunrise bekräftigt sogar, ein eigenes Netz aufzubauen.

Und auch damit immer noch nicht genug: UMTS-fähige Geräte gibt es bereits, vor allem auf dem japanischen Markt, doch der dortige UMTS-Provider DoCoMo beklagt sich darüber, dass die Telefone die Möglichkeiten von UMTS noch gar nicht richtig nutzen können. Und natürlich fehlen auch noch vernünftige Angebote, etwa gute Filme oder aktuelle Nachrichten als Video.

Und eine letzte Frage: Überlegen Sie sich, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie das Bedürfnis haben werden, irgendwelche Videobotschaften mobil zu versenden und zu empfangen. Vielleicht möchten Sie ihren ersten Bungee-Jump direkt an die Liebsten übertragen, aber möchten Sie auch jemandem über den Bildschirm eines Mobiltelefons zusehen, der an einem Gummiseil auf den Boden zurast?

Genug der Fragen. Schliesslich ist UMTS auch für Geschäftsleute gedacht, um die aktuellen Informationen direkt von überall her ansteuern zu können. Nur schade, dass sich gerade in den für die Wirtschaft wichtigen Ballungsgebieten immer mehr drahtlose Netzwerke durchsetzen werden, über die direkt vom Laptop aus eine Verbindung mit dem Internet möglich ist. Wer wartet denn nun auf UMTS?



  


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