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Zugang für alle

Dank moderner Technologien stehen Computer und Internet auch blinden und sehbehinderten Personen offen. An Veranstaltungen wie dem ICC lernen Betroffene ihre PC-Kenntnisse zu vertiefen. Es gibt aber immer noch Hindernisse, die ihnen den Zugang zu neueren Informationstechnologien erschweren.

blue_quad von Sascha Zäch (12.08.2003)

Mitte bis Ende Juli fand im bernerischen Zollikofen zum ersten Mal in der Schweiz das Internationale Computer Camp für Blinde und Sehbehinderte (ICC) [1] statt. Organisiert und finanziert hat es der Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen (SZB) [2]. Das ICC existiert bereits seit 1994. Es wird im Jahresturnus durchgeführt. Das Camp will sehbehinderten und blinden Jugendlichen eine Möglichkeit geben, ihre PC-Kenntnisse zu vertiefen. So lernen sie beispielsweise den Umgang mit Office-Software und alternativen Betriebssystemen wie Linux. Auch das Erstellen von Websites oder das Spielen von Computer-Games gehörten zum diesjährigen Programm. Daneben ist das ICC laut Veranstaltern ebenfalls eine gute Gelegenheit, soziale Kontakte zu sehbehinderten und blinden Teilnehmern aus anderen Ländern zu knüpfen.

Insgesamt wurden am ICC 03 über 40 Workshops angeboten. Mitgemacht haben rund 91 Jugendliche aus 18 vorwiegend europäischen Ländern. Es traten aber auch Schüler aus Japan und Israel die weite Reise in die Schweiz an. Die Organisatoren werten das ICC 03 als grossen Erfolg. Wie Beatrice Marty vom Organisationskomitee erklärt, war das Feedback der Teilnehmer sehr positiv. Ebenfalls der sechzehnjährige Yves Kilchoer, einer der Begründer des Radio Blind Power [3], zeigt sich vom Camp begeistert. Er hat das ICC zum ersten Mal besucht. Ihm gefiel, dass man gleichzeitig Neues im Umgang mit Computer lernen und Kontakte mit Leuten aus anderen Ländern knüpfen konnte. Yves Kilchoer überlegt sich deshalb bereits, am nächstjährigen Camp teilzunehmen, dass in Budapest stattfinden wird.

Das ICC ist gemäss Arnold Schneider, Geschäftsführer der Stiftung Zugang für alle [4], eines von mehreren Angeboten, bei dem Sehbehinderte und Blinde die Arbeit mit Computern lernen oder vertiefen können. Zentrale Anlaufstelle für Infos über Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten ist der SZB. In Schweizer Blindenschulen gehört die Verwendung von PCs zum festen Unterrichtsprogramm. Die wichtigsten Hilfsmittel dabei sind ein Braille-Display, Sprachausgabe und ein Bildschirmleseprogramm, das die Orientierung am Bildschirm sowie die Steuerung der verschiedenen Programme ermöglicht. Diese Ausrüstung ist immer noch sehr teuer. Ein Braille-Display schlägt, je nach Ausstattung, mit 6000 bis 16000 Franken zu Buche, ein Bildschirmleseprogramm mit ca. 2000 Franken. Die Kosten übernimmt leider nicht in jedem Fall die Invalidenversicherung. Sie bezahlt die komplette Hard- und Software nur, wenn sie für Arbeit oder Schule gebraucht werden. Blinde und Sehbehinderte haben aber für den Privatgebrauch Anrecht auf ein so genanntes "Schreib- und Lesesystem", das aus einem Computer inklusive Bildschirmlese- bzw. Bildvergrösserungsprogramm besteht.

Wie Arnold Schneider erläutert, ist es sehr wichtig, dass die Hersteller bei der Gestaltung ihrer Anwendungssoftware auf Textorientierung achten. Die Arbeit mit Microsoft-Programmen wie Word oder Excel würden beispielsweise gut funktionieren. Multimediaapplikationen, die keine Bildbeschreibungen enthalten, seien hingegen bereits problematisch zu bedienen. Im World Wide Web habe sich in den letzten Jahren das Angebot blindengerechter Websites verbessert. Eines der grossen Anliegen von Zugang für alle. Vor allem Sites aus dem öffentlichen Sektor würden vermehrt "barrierefrei" programmiert. Was es dabei zu beachten gilt, erfahren Webdesigner unter www.access-for-all.ch/ [5]. Die dortigen Tipps seien auch Anbietern privater Websites ans Herzen gelegt, damit das World Wide Web seinem Namen ein wenig mehr gerecht wird.



  


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