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SolNet: Wer zu viel herunterlädt, muss büssen

In vielen Schweizer Foren beschweren sich Kunden von SolNet, dass ihnen die Bandbreite massiv beschnitten werde. Der Solothurner Provider wolle keine Benutzer mehr, die zuviel Internetverkehr verursachen.

blue_quad von Sascha Zäch (27.04.2006)

Der Ton der Anwender im Kassensturz Forum [1] gegen SolNet [2] ist schroff. "Hallo Leidensgenossen! Einerseits bin ich beruhigt, dass ich nicht als Einziger mit Performance-Problemen bei Solnet zu kämpfen habe. Andererseits natürlich auch stinkesauer, denn Solnet scheint uns für dumm verkaufen […] zu wollen", schreibt Andreas W. (Name der Redaktion bekannt). Andere sprechen von Sabotage, bezichtigen SolNet der Abzocke und drohen mit Kündigung. Was ist der Grund für die vielen verärgerten Kommentare gegen den Solothurner Provider? Angeblich beschneidet er seit Anfang April systematisch die Bandbreite von so genannten Powerusern. Wer zuviel Internetverkehr verursacht, wird mit niedriger Geschwindigkeit bestraft. Diese soll teilweise sogar unter der eines Analogmodems liegen.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Vorwürfe der verärgerten Kunden nicht aus der Luft gegriffen sind. Ein ausführliches Statement von SolNet ist im Blog von Init7-Chef Fredy Künzler zu lesen [3]. Darin wird klar, dass SolNet trotz fragwürdiger Methoden nicht aus reiner Böswilligkeit handelt, sondern die Sache einiges komplizierter ist. Dies sagt auch Edouard Vonwyl, Sales Manager von SolNet, gegenüber dem PCtipp: "Grund für die schlechtere Behandlung der Poweruser ist die Bandbreitenerhöhung der Swisscom." Dadurch würde deutlich mehr Internetverkehr entstehen, der finanziell hauptsächlich zu Lasten des Providers gehe. Denn Swisscom senke die Preise gegenüber den Wiederverkäufern (also den Providern) trotz massiver Bandbreitenerhöhung nur minimal. Laut Edouard Vonwyl macht bei SolNet bereits jetzt ein Prozent der Nutzer 25 Prozent des Datenverkehrs aus - die so genannten Poweruser. Mit monatlichen Datentransfers von 100 GB oder mehr würden diese massive Kosten verursachen. Um dies technisch und finanziell zu verkraften, müsste SolNet die Abopreise erhöhen. "Wir haben uns jedoch dagegen entschieden, da wir damit die 99 Prozent aller anderen Kunden bestrafen", so Edouard Vonwyl. Stattdessen habe man die Poweruser separiert. Sie würden sich nun gegenseitig die Bandbreiten abgraben.

Auch wenn die Begründung von SolNet durchaus nachvollziehbar ist, die Art und Weise wie der Solothurner Provider sein Problem löste, ist es nicht. Sie hat zu Recht viele Anwender verärgert. Wurden sie doch nie offiziell über den Grund für die Bandbreitenbeschneidung informiert. Dass es auch andere Wege gibt, zeigt etwa die Cablecom. Sie hat eine entsprechende Klausel in ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgenommen [4]. Genauso könnte SolNet eine Gigabyte-Limite einführen. Damit würden Poweruser automatisch einen anderen Provider wählen, ohne sich brüskiert zu fühlen.



  


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