Home  >  News  >  Kommunikation  > Meldung 46634

spacer

Unter der Lupe: Umgang mit Onlinebeschwerden

Beim Anbringen von Beschwerden bei Dienstleistern misstrauen Anwender dem Internet noch immer. Eine neue Dissertation nennt Gründe.

blue_quad von Gaby Salvisberg (12.02.2009)

Kommunikation via Webformular oder Mail ist sowohl für Unternehmen als auch für Kunden schnell und unkompliziert. Doch in der Schweizer Telekommunikationsindustrie ist die Zahl der Onlinebeschwerden heute deutlich unter den Erwartungen der Unternehmen. Die Anwender greifen immer noch vergleichsweise häufig zum Telefon oder gar zum Briefpapier. Alexandra Zaugg von der Uni Bern (siehe Box, unten) ermittelte in ihrer kürzlich erschienenen Dissertation die Ursachen. Sie sprach hierfür mit Kundendienstleitern von Cablecom, Orange, Sunrise sowie Swisscom, interviewte Konsumenten und analysierte bestehende Beschwerdeschreiben.

Erwartungen erhöhen Frustfaktor

Die befragten Konsumentinnen und Konsumenten gaben an, auf online übermittelte Beschwerden innerhalb eines Arbeitstags eine Lösung oder mindestens einen Zwischenbericht zu erwarten. Bei den Anbietern selbst hält man jedoch auch bei einfacheren Problemen eine Antwortzeit von zwei bis drei Tagen für angemessen. Diese unterschiedlichen Ansprüche führen dazu, dass die Konsumenten die Onlineabwicklung von Beschwerden als wenig erfolgreich empfinden. Nach einer für ihn negativen Onlinesupporterfahrung weicht der Kunde beim nächsten Mal auf einen anderen Kommunikationsweg aus. Er wird auch im Bekanntenkreis darüber sprechen. Das veranlasst wiederum andere Konsumenten, schon von vorneherein die klassischen Mittel wie Telefon oder Brief zu verwenden.

Angesichts der derzeit herrschenden Qualität der Onlinebeschwerdestellen sei die Zurückhaltung der Kunden kein Wunder, folgert Alexandra Zaugg in ihrer Dissertation. Das führe auch zu einem Teufelskreis: Je weniger dieser Kommunikationsweg genutzt werde, desto geringer sei die Motivation der Anbieter, in diese Dienste zu investieren und sie zu verbessern.

Langfristig gebe es für Anbieter nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Onlineantwortzeiten auf weniger als 24 Stunden zu bringen oder auf dieses Kommunikationsmittel zu verzichten.

Weitere Unsitten

Der Bericht enthält zusätzliche Kritikpunkte: E-Mail-Adressen oder Kontaktformulare des Kundendienstes sind oft schlecht auffindbar. Darüber hinaus sind sie nicht ausreichend als mögliche Beschwerdewege gekennzeichnet, was die Kunden verunsichert.

Auf grosses Unverständnis bei den Konsumenten stossen zudem Anbieter, die in den Support-Kontaktformularen zwingende Angaben verlangen, die mit dem Problem nichts zu tun haben. Das wären beispielsweise die nur für Vertragsabschlüsse oder fürs Marketing relevanten Informationen wie Geburtsdatum oder Zivilstand. Ebenfalls unbeliebt sind Onlinekundendienste, die den Benutzer erst durch einen langatmigen FAQLexikon FAQ-Parcours treiben, bevor er sein individuelles Problem formulieren darf.

Eine englischsprachige Kurzfassung der Publikation lässt sich in Form eines Ergebnisberichts als PDF-Datei von der Webseite des Instituts herunterladen.

Zur Person

Alexandra Zaugg, Autorin der DissertationvergrößenAlexandra Zaugg, Autorin der Dissertation Alexandra Zaugg ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Informationsmanagement am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern.



  


Anzeige
Social Bookmarks
PCtipp als APP
PCtipp App

Laden Sie die PCtipp-App kostenlos auf Ihr Smartphone und bleiben Sie auf dem Laufenden.

 

ARCHIV
left
FEBRUAR 2012
right
MO
DI
MI
DO
FR
SA
SO
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9

» Die letzten 14 Tage

» Newsarchiv

Wählen Sie:
Ähnliche News

PC-Hersteller Dell bietet neben dem kostenlosen Support nun auch einen bezahlten Dienst an. Die Kunden können rund um die Uhr anrufen und erhalten auch... Presto: Neuer Kundenservice von Dell

Die Redmonder wollen die Heim-Version von Windows XP massiv länger mit Sicherheitsupdates versorgen als ursprünglich geplant. Microsoft erweitert Support für Windows XP

Leser empfehlen

Mega-Schnäppchen oder Ladenhüter: PCtipp vergleicht die Preisbrecher-Angebote im neusten Interdiscount-Flyer: eine Spiegelreflexkamera, das Sony-Tablet... Top oder Flop: Preisbrecher bei Interdiscount

Am 29. Februar stellt die SRG ihre Sender auf HDTV um. Was gilt es dabei zu beachten? Wir haben Antworten zu brennenden Fragen zusammengestellt. FAQ zu den neuen HD-Kanälen der SRG

Der Kassensturz-Bericht von vor drei Wochen hat seine Wirkung nicht verfehlt: Media Markt Schweiz hat die internen Richtlinien zum Umgang mit Kundenretouren... Kundenretouren: Media Markt reagiert

Mozilla hat mit der Auslieferung von Firefox 10 begonnen. Wir liefern Ihnen den Download und verraten alle Details zu den Neuerungen des aktualisierten... Firefox, die Zehnte

Ab dem morgigen Mittwoch telefonieren auch Handy-Kunden von Swisscom mit HD Voice. Das soll für wesentlich bessere Gesprächsqualität sorgen. Voraussetzung... Auch Swisscom führt HD Voice ein

Aktuelle Meldungen

Ein neuer Automatismus scannt ab sofort alle im Android Market eingereichten Apps nach Schadsoftware. Android Market neu mit Malware-Scanner

Die Deutsche Bahn kämpft gegen Schwarzfahrer. Diese organisieren sich auf Facebook in Gruppen, um sich gegenseitig vor Billet-Kontrollen zu warnen. Ist... Schwarzfahrer organisieren sich online

Auf einigen Android-Smartphones von HTC wurde eine WLAN-Schwachstelle entdeckt, die mittlerweile aber bei den meisten Betroffenen bereits behoben sein... HTC-Smartphones mit WLAN-Schwachstelle

Apple hat in Deutschland einige iPhone- und iPad-Modelle aus dem Online Store genommen. Gleichzeitig wurde am Landgericht Mannheim ein weiteres Urteil... iPhones aus deutschem Apple Store verbannt

Apple hat ein Update für sein Betriebssystem Mac OS X 10.7, genannt Lion, bereitgestellt. Dieses führt aber bei einigen Usern zu massiven Problemen. Mac OS X Lion: Update sorgt für Ärger

Partnerchannel

 

Alles aus der Cloud-Welt für KMU von Microsoft Schweiz. 

 

ANZEIGE
Anzeige